Vom Kopftuch bis zur Unterwäsche – Was der Chef bestimmen darf

Über Geschmack lässt sich streiten? Von wegen! In vielen Stilfragen darf der Arbeitgeber mitentscheiden. Zu dick, zu jung, zu dünn – diese Kriterien sind in einigen Berufen tatsächlich legal, wenn es um die Entscheidung für oder gegen einen Kandidaten geht.

Fälle, die das Leben schreibt

Bunte Unterhosen, BH-frei oder Dreitagebart: All das ist bei einem privaten Sicherheitsdienst, der für die Fluggastkontrolle an einem großen deutschen Flughafen verantwortlich ist, verboten. Das Landesarbeitsgericht des betroffenen Bundeslandes gibt grünes Licht. Offensichtlich ist es in Ordnung, seinen Mitarbeitern vorzuschreiben, welche Unterhose sie bei der Arbeit tragen dürfen.

Ein anderer Fall: Der Mitarbeiter eines Getränkehandels weigert sich aus religiösen Gründen, Bierkisten zu stapeln. Sein Chef will ihn entlassen, es kommt zu einer Gerichtsverhandlung und das Arbeitsgericht gibt dem Mitarbeiter Recht. Er darf nicht entlassen werden und ihm müssen Arbeiten zugeteilt werden, die nicht das Verlagern von alkoholischen Getränken beinhalten.

Reden ist Gold!

Zwei Fälle – eine Frage: Was darf der Chef eigentlich alles bestimmen und wo liegen die Grenzen? Und diese Frage können wir leider nicht allgemein beantworten, da oft viele verschieden Faktoren berücksichtigt werden müssen. Schränkt dein Körpergewicht deine Leistungsfähigkeit ein? Könnte es sein, dass dein Bart nicht ganz so gepflegt aussieht, wie du vielleicht glaubst und daher deine Glaubwürdigkeit herabgesetzt wird? Wir haben drei Tipps für dich, wie du reagieren kannst, wenn dein Chef etwas an deinem Aussehen kritisiert?

1. Frage nach: Besser als eine zickige oder abblockende Reaktion ist es, wenn du einfach fragst, was genau deinen Chef an deinem Bart oder an deinem bunten BH stört. Dieses Gespräch könnte zwar unangenehm werden, wenn du dich dazu durchringst mit ihm darüber zu sprechen, werdet ihr aber sicher eine Lösung finden.

2. Gehe der Sache auf den Grund: Gab es vielleicht früher schon einmal Probleme mit einem Mitarbeiter, der genauso viele Tattoos hatte wie du? Oder kann es sein, dass sich ein Kunde kritisch über dein Aussehen geäußert hat und dein Chef nur Streit vermeiden möchte? Sprich mit ihm.

3. Dialog statt Verweigerung: Du kannst aus persönlichen oder religiösen Gründen eine bestimmte Aufgabe nicht erledigen? Dann sprich mit deinem Chef! Wenn du nicht einfach nur die Arbeit verweigerst, sondern deine Gründe dafür offenlegst, wird er dich sicher nicht direkt entlassen wollen und ihr müsst es nicht auf eine Gerichtsverhandlung ankommen lassen.

Gerichtsverhandlung wegen deiner Unterwäsche? Unnötig!

Wie du siehst gibt es sie nicht, die goldene Regel für Verbote vom Chef. Das einzige, was wir dir empfehlen können ist: Reden, reden, reden! Wenn ihr eine gemeinsame Lösung für ein Problem findet, wird es sicher für euch beide in Ordnung sein und es muss nicht erst ein Richter darüber entscheiden, welche Unterwäsche du tragen darfst und welche nicht. 😉

Geschrieben von

Eva Friese

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