Zwei Volos für ein Hallelujah – Tim und Virginia über ihr Volontariat bei Employour

Sie sind die ersten Volontäre der Employour-Geschichte: Während das wandelnde Filmlexikon Tim (26) nach seiner Ausbildung als IT-Systemkaufmann bei einer SEO- und PR-Agentur im Mai 2016 über eine Initiativbewerbung den Weg zu uns fand, ist Wonder-Woman-Look-Alike Virginia (27) bereits seit Februar 2014, damals noch als Werkstudentin während ihres Germanistik- und Anglistikstudiums, Teil unseres Teams. Seit April 2016 verstärkt sie nun die Redaktion. Wie die beiden ihr Volontariat bei uns erleben, das verraten sie euch heute im Blog.

Was erhofft ihr euch von eurem Volontariat?

Tim: CEO des Ladens zu werden! Nein, Quatsch – ich erhoffe mir auf jeden Fall davon, meine Kenntnisse zu erweitern oder, um es kurzzufassen: einfach besser zu werden in dem, was ich tue. Hier arbeiten viele kreative Köpfe, die unterschiedliche Hintergründe haben und von denen ich viel lernen kann.

„Ich möchte durch das Volontariat einfach besser werden in dem, was ich tue.“
Im Großen und Ganzen ist beispielsweise das Arbeiten in einer Redaktion noch Neuland für mich und ich finde es ganz spannend, die Abläufe hier kennenzulernen.

Virginia: Ich möchte die Zeit nutzen, um hinter die Kulissen des Redaktionslebens zu blicken. Auch wenn man sich im Studium zwar Fachwissen angeeignet hat – in meinem Fall jetzt beispielsweise das Schreiben und der Umgang mit Sprache allgemein – so hat man aber doch keine konkrete Vorstellung, was außer den Grundlagen noch alles zum Berufsalltag dazugehört. Denn letztlich ist es doch so: Auch die ganz Großen haben mal klein angefangen.

Warum habt ihr euch für eine Online-Redaktion entschieden, und nicht etwa TV oder Radio? Und warum speziell Employour?

Tim: Ich war schon immer sehr internetaffin, daher fiel die Wahl relativ leicht. Durch meine Ausbildung mit dem Schwerpunkt Suchmaschinenoptimierung wurde das Ganze noch einmal verstärkt. Für mich ist das Internet halt DAS Medium, um das man nicht herumkommt. Auf Employour bin ich eher zufällig gestoßen. Ich hatte eine Stellenausschreibung gefunden, die ich sehr sympathisch geschrieben fand. Dieser Eindruck blieb dann auch haften, als ich das Unternehmen sowie die dazugehörigen Portale genauer unter die Lupe genommen habe. Da war für mich schon klar, dass ich auf jeden Fall eine Initiativbewerbung schreibe und einfach mal abwarte, was letztendlich dabei rauskommt.

Tim

Virginia: Es klingt vielleicht abgedroschen, aber das geschriebene Wort hat für mich einfach immer einen besonderen Stellenwert gehabt – auch wenn ich trotzdem einen Großteil meiner Zeit mit den neusten Filmen und Serien verbringe. Es macht mir einfach mehr Spaß, meine Energie und Kreativität in einen guten Text zu stecken und dann am Ende zu sehen, wie etwas, das ich geschrieben habe, veröffentlicht wird. 

„Es macht mir einfach Spaß, meine Energie und Kreativität in einen guten Text zu stecken und dann am Ende zu sehen, wie etwas, das ich geschrieben habe, veröffentlicht wird.“
 Und im besten Fall auch noch gelesen. Bei einer Online-Redaktion funktioniert das ja genauso, nur eben moderner. Text 2.0 sozusagen. Zu Employour bin ich gestoßen, weil meine ehemalige Mitbewohnerin bereits hier in der Redaktion gearbeitet hat. Durch sie habe ich damals bei einem Videodreh für Karista.de mitgewirkt und mich auf Anhieb super mit dem Team verstanden. Die Chance habe ich genutzt und mich direkt danach beworben. 

Volontariat gilt ja oft nur als fancy Synonym für Praktikum. Stimmt ihr zu? Ist beides im Grunde dasselbe?

Tim: Das sehe ich nicht so, ist aber vielleicht auch eine Auslegungssache. Für mich ist ein Volontariat halt eher mit einer redaktionellen Ausbildung vergleichbar als mit einem Praktikum. Klar könnte man jetzt sagen: „Ich mache jetzt 18 Monate ein Praktikum in einer Online-Redaktion“, aber ich finde das trifft nicht ganz den Kern der Sache. Aus meiner Erfahrung kann ich behaupten, dass man in einem Praktikum anders wahrgenommen wird als bei einem Volontariat. Vom ersten Tag an fühlte ich mich bei Employour als vollwertiges Mitglied der Redaktion. Klar bedarf es einer gewissen Einarbeitungszeit, aber ich werde hier weder geschont (mein Lektor ist gnadenlos!), noch belächelt.

Virginia: Volontariat ist definitiv ein melodischeres Wort als Praktikum. Aber ob beides jetzt gleichzusetzen ist? Das würde ich nicht sagen, allerdings habe ich noch nie ein Praktikum gemacht und deshalb auch keinen Vergleich. Ich glaube, Praktikanten bekommen nur einen kleinen Einblick in das Arbeitsleben, sodass sie sich eben eine Vorstellung vom Berufsleben machen können.

„Seit dem ersten Tag wird uns das Gleiche abverlangt, wie jedem anderen Mitarbeiter auch.“
Wir sind aber einfach mittendrin. Seit dem ersten Tag wird uns genau das Gleiche abverlangt, wie jedem anderen Mitarbeiter auch. Und das ist auch gut so. Trotzdem habe ich aber als Volo die Möglichkeit, Workshops zur Weiterbildung zu machen, um meine Fähigkeiten zu verbessern.

Was ist eurer Meinung nach der Vorteil eines Volontariats gegenüber einem Direkteinstieg?

Tim: Ich denke nicht, dass es zwingend einen Vorteil gibt, sondern dass es eher an der Erwartungshaltung liegt. Damit meine ich sowohl die eigene als auch die Erwartungshaltung, die an einen gestellt wird. Beim Direkteinstieg sind die Erwartungen, die an einen gestellt werden, viel höher – dementsprechend muss man Leistung bringen. Vielen fehlt dafür aber die praktische Erfahrung. Manche Dinge lernt man einfach nur in der Praxis. Beim Volontariat steigt die Erwartungshaltung im gleichen Maße, in dem sich idealerweise auch die Fertigkeiten verbessern. Im Grunde ist es wie bei einer normalen Ausbildung: Man wird gezielt gefördert und auf den Alltag eines Redakteurs vorbereitet. Parallel dazu steigt die eigene Erfahrung, die es einem ermöglicht, verantwortungsvollere Tätigkeiten zu übernehmen. Wer sich aber einen Direkteinstieg zutraut, warum nicht?

Virginia-Neu

Virginia: Also Welpenschutz habe ich hier im Volo nicht, das ist schon mal kein Vorteil. Meine Arbeit wird hier genauso kritisch bewertet wie die der Direkteinsteiger. Vor- und Nachteile sind sicher Auslegungssache, aber ganz ehrlich: Der Arbeitsmarkt für kreative Berufe ist unheimlich hart. Bei einem Direkteinstieg werden zu Anfang die Erwartungen vom Arbeitgeber schon sehr hoch geschraubt, womöglich höher als bei Volontären, die man ja mit dem Gedanken einstellt, sie anzulernen. 

„Bei einem Direkteinstieg sind die Erwartungen vom Arbeitgeber womöglich höher als bei einem Volontariat.“
 Außerdem gehören Volontariate und die Kreativbranche heutzutage einfach zusammen wie Geisteswissenschaftler*innen und die Frage: Was kann man später damit machen? Wenn man von der Uni kommt, hat man zwar jede Menge Fachwissen und sicher auch Skills gesammelt, aber weiß nicht unbedingt, auch praktisch damit umzugehen. Im Volo wird man noch einmal speziell geschult, dieses Wissen auch umzusetzen. Man wird quasi wie ein Rohdiamant geschliffen.

Was macht euch hier bisher am meisten Spaß?

Tim: Definitiv das Schreiben! Dass ich zum Schreiben gekommen bin, war ja eher ein Zufall. Aber von Anfang an hat mich stets der gleiche Aspekt daran gereizt: Man lernt einfach so unglaublich viel, indem man recherchiert und über verschiedene Dinge schreibt. Besonders, wenn man von diesen Dingen selbst absolut keine Ahnung hat.

„Man lernt unglaublich viel, indem man recherchiert und über verschiedene Dinge schreibt, von denen man selbst wenig Ahnung hat.“
Abgesehen davon ist das Umfeld hier einfach super. Die Mittagspause ist das große Event, das dementsprechend zelebriert wird. Wer isst was, wer geht zusammen los? Dank der fantastischen Lage unseres Büros ist die Auswahl auch recht groß. Gegessen wird dann zusammen in der Küche, anschließend wird gequatscht oder gekickert. Und dienstags wird bei uns im Büro ausgelassen über die letzte Folge „Game of Thrones“ diskutiert – irgendwas ist immer los, und genau das finde ich gut an Employour.

Virginia: Man bekommt von allen Seiten kreativen Input zu seinen Texten. Ich glaube, das finde ich am besten. Schreiben ist schon immer eine Leidenschaft von mir gewesen, aber bis zuletzt zweifelt man ja doch, ob man davon leben kann. Die meisten unterschätzen, was man mit einem geisteswissenschaftlichen Abschluss so alles machen kann. Hier habe ich die Möglichkeit, mit Gleichgesinnten zusammenzuarbeiten und natürlich auch von der Kreativität der anderen zu profitieren. Dadurch wird die eigene Arbeit noch viel besser. Und weil wir Schreiblinge auch oft die gleichen Interessen haben, kann man sich auch mal über Sachen unterhalten, die sonst vielleicht andere Leute, die nicht aus dem Bereich kommen, uninteressant finden. Oder über Internetfunde, das geht auch immer und sorgt hier täglich für Gesprächsstoff.

Habt ihr auch einen alternativen Berufswunsch, der nix mit diesem Bereich zu tun hat?

Tim: Das war schon immer irgendwie Anwalt. Meine Mutter hat immer gesagt, dass ich mit meiner großen Klappe entweder etwas verkaufen oder Jura studieren müsste. Ich bin zum Beispiel auch Fan der Serie „Suits“, die das Leben eines Anwalts, wie ich es mir damals vorgestellt habe, ziemlich gut widerspiegelt.

Virginia: Schauspielerin! Seit ich im Kindergarten war, haben meine Eltern immer über meinen ausgeprägten Sinn für Dramatik gesprochen. Das war vermutlich nicht das Kompliment, für das ich es gehalten habe… Kostümieren, in andere Rollen schlüpfen und Texte auswendig lernen haben es mir irgendwie angetan, weshalb ich vor allem in meiner Schulzeit gerne bei Theaterstücken auf der Bühne stand.

Volontariat-Cocktails

So, und jetzt dürft ihr euch gegenseitig noch eine Frage stellen. Virginia darf anfangen.

Virginia: Wenn du das Ende eines Films deiner Wahl umschreiben könntest, welcher wäre das und was würdest du verändern?

Tim: Auf jeden Fall „Inception“! Dieses Ende mit dem sich drehenden Kreisel, wobei man nicht wusste, ob er sich nun aufhört zu drehen oder eben nicht, hat mich absolut gewurmt. Wenn es irgendetwas gibt, das mich absolut wahnsinnig macht, dann sind es Cliffhanger! Ich hätte es gerne gesehen, dass der Kreisel sich nicht aufhört zu drehen und er rafft, dass er nicht in der Realität ist, und diese, aus Liebe zu seinen Kindern, als seine neue Realität akzeptiert.

Jetzt bist du dran, Tim.

Tim: Welches Tier würdest du als Interviewpartner wählen, wenn du dich mit ihm unterhalten könntest?

Virginia: Das ist eine super schwierige Wahl, aber ich entscheide mich für den Kiwi! Hauptsächlich, um dem armen Kerl gut zuzureden, weil er weder fliegen noch besonders gut sehen kann. Das sind aber trotzdem ganz feine Kerle mit einer melodischen Stimme.

Geschrieben von

Björn Remiszewski

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