Pflichtprogramm: Die Unfall-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung

Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten, Rentenalter –  es gibt viele Gründe, warum man einen Beruf nicht mehr weiter ausüben kann oder darf. Damit man auch in der joblosen Zeit nicht ohne eine soziale, medizinische und finanzielle Grundversorgung dastehst, ist man für die meisten dieser Fälle gesetzlich durch die Sozialversicherung abgesichert. Einen ihrer Zweige, die Krankenversicherung, haben wir letzten Monat ausführlich vorgestellt. Heute sind die restlichen vier Zweige dran: die Unfall-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Wir verraten euch, welche Versicherung wann greift, wie viel ihr dafür zahlt, und was es mit der Versicherungsfreiheit von Beamten auf sich hat. In diesem Sinne: Hals und Beinbruch!

Shit happens – Die Unfallversicherung

Derzeit bekommen rund 1 Millionen Menschen in Deutschland eine Rente aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Die springt immer dann ein, wenn die Gesundheit durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufserkrankung angegriffen wird. Und das sogar recht spendabel. Bei einer sogenannten Erwerbsminderung von 100% bekommt man rund zwei Drittel des letzten Bruttolohns steuerfrei von der Unfallversicherung.

Die Beiträge für die Unfallversicherung muss euer Arbeitgeber alleine berappen. Dafür zahlt die gesetzliche Unfallversicherung aber auch wirklich nur bei solchen Gesundheitsschäden, die unmittelbar mit eurer Arbeit zusammenhängen. Für alle anderen Unfälle muss und sollte man privat vorsorgen. Wer in seiner Freizeit also nicht ganz ungefährlichen Beschäftigungen frönt, der sollte unbedingt über einen Zusatzschutz nachdenken.

Sorgenfrei ins Alter – Die Rentenversicherung

Die Beitragskosten für die restlichen drei Zweige der Sozialversicherung teilt man sich fifty-fifty mit dem Arbeitgeber, denn der Anteil wird automatisch vom Bruttogehalt abgezogen. Die Rentenversicherung dient logischerweise der Alterssicherung und verschlingt dafür genau 9,45% des Bruttolohnes. Wie viel Rente man später dafür bekommt, ist abhängig davon, wie lange und wie viel man in die Rentenversicherung eingezahlt hat. Wer seinen Lebensstandard auch im hohen Alter halten möchte, wird mit der Rente allein aber so oder so nicht auskommen. Daher greifen die meisten Versicherten noch zu privaten Altersvorsorgen. Oft bietet der Arbeitgeber auch eine betriebliche Altersvorsorge an und übernimmt damit einen erheblichen Teil dieser Extraabsicherung. Gerade für den Fall der Pflegebedürftigkeit können nämlich noch extrem hohe Kosten anfallen. Dafür gibt es zwar die Pflegeversicherung, doch die reicht häufig nicht aus.

Alles andere als pflegeleicht – Die Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung öffnet ihre Geldbörse, wenn man aus Krankheitsgründen einer täglichen Pflege bedarf. Der Pflegeaufwand kann, je nach Stufe, eine bis mehrere Stunden am Tag in Anspruch nehmen. Für sie geht knapp 1% des Bruttolohnes ab, aber komplett abgesichert ist man durch sie nicht. Ein Heimplatz kostet zum Beispiel bis zu 3700 Euro im Monat. Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt davon oft nur die Hälfte. Den Rest zahlt man dann aus der eigenen Kasse, im Zweifelsfall müssen sogar die eigenen Kinder aufkommen. Doug Heffernan lässt seinen Schwiegervater Arthur also nicht nur aus reiner Nächstenliebe bei sich wohnen. Wer sich und seinen Kindern Ähnliches ersparen möchte, der sollte eine private Pflegezusatzversicherung abschließen. Die gibt es, je nach Umfang, schon ab 10 Euro im Monat.

Wer länger zahlt – Die Arbeitslosenversicherung

Die Arbeitslosenversicherung sichert einem Grundeinkommen und Versicherungsschutz, solange man in keinem Arbeitsverhältnis steht. 1,5% des Bruttolohnes zieht man dir dafür ab. Eine Zusatzversicherung kann man hier nicht abschließen. Wie bei der Rente ist auch die Höhe des Arbeitslosengeldes davon abhängig, wie viel man verdient und über einen welchen Zeitraum man eingezahlt hat.

Sonderstatus für Staatsdiener

Für Beamte gilt bekanntlich die Sozialversicherungsfreiheit. Das liegt an dem besonderen Dienst- und Treueverhältnis, in dem sie zu ihrem Dienstherrn stehen. Der kommt im Gegenzug für die Versorgung im Ruhestand oder bei Dienstunfähigkeit auf. Allerdings können sich auch Beamte nebenbei privat absichern, zum Beispiel mit einer zusätzlichen Berufsunfähigkeitsversicherung oder einer privaten Unfallversicherung. Auch eine private Pflegeversicherung ist sinnvoll, da der Dienstherr nur 50 bis 70 % der anfallenden Kosten übernimmt. Für all diese Zusatzversicherungen gibt es besondere Beamtentarife.

Versicherungsfrei sind neben den Beamten auch Richter und Personen in beamtenähnlicher Stellung, z.B. Lehrlinge in der Verwaltung. Unternehmer, Freiberufler und Selbstständige versichern sich wiederrum privat. Da für die Privatversicherten nur die Krankenversicherung Pflicht ist, sollten man sich auch in den anderen Zweigen der Sozialversicherung absichern, um im Fall der Fälle nicht vor einem existenzbedrohenden Kostenberg steht.

Nach der Pflicht kommt die Kür

Die Pflichtversicherungen hätten wir damit also abgehandelt. Doch nach der Pflicht folgt bekanntlich die Kür. Denn es warten noch einige freiwillige Versicherungen, über die man unbedingt nachdenken sollte. Welche das sind, was sie bringen und wie viel sie kosten, das verraten wir nächsten Monat im letzten Teil unseres Versicherungsblogs.

Bildquelle Titelbild: Thinkstock/leszekglasner

Geschrieben von

Björn Remiszewski

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Dieser Blog ist ein Bestandteil von Karista.de. Zum Impressum.