Home Is Where Your Job Is – Umziehen für den neuen Job?

Ein attraktiver neuer Job winkt, aber du musst dafür in eine andere Stadt ziehen? Das ist heutzutage keine Seltenheit mehr, und es bedeutet weit mehr Veränderung, als bloß die Möbel in einer neuen Wohnung aufzubauen. Heute im Blog verraten wir dir daher, mit welchem bürokratischen, aber auch emotionalen Chaos du bei einem Umzug für einen neuen Job rechnen musst.

Herbert Grönemeyer hat es mal gesagt: „Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl!“ Wer schon einmal einen völlig verpatzten Urlaub erlebt oder sich an einem anderen Ort einfach deplatziert gefühlt hat, der kann das wohl nur bestätigen. Das Gefühl, zu wissen wer man ist und wo man hingehört, ist für viele von uns unbezahlbar. Doch was, wenn wir uns zwischen diesem sicheren Hafen und einer sicheren Zukunft entscheiden müssen? Ob für das Studium oder einen neuen Job, wir sind häufig gezwungen, unsere vertrauten Zelte ab- und in neue Gefilde aufzubrechen. Und das ist manchmal ein ziemlicher Haufen Umgewöhnung auf einen Schlag. Daher soll es hier soll nicht nur um organisatorische Tipps gehen, die euch den Umzug erleichtern, sondern vor allem auch um das, was so ein Tapetenwechsel aus beruflichen Gründen für das Innenleben bedeuten kann.

Ein neuer Lebensmittelpunkt

Wenn du in eine ganz neue Stadt ziehst, dann stell dich darauf ein, dass der neue Job in der ersten Zeit mehr ist als nur ein neuer Job. Er ist dein erster Fixpunkt in einer völlig neuen Umgebung. Hier machst du deine ersten neuen Bekanntschaften, hier eignest du dir deine ersten neuen Gewohnheiten an. Arbeitest du in einer Stadt, die du schon dein ganzes Leben kennst, dann kehrst du nach Feierabend in eine wohlige Vertrautheit zurück. In den einzelnen Straßen und auf den Plätzen bist du heimisch, und du weißt, hinter welchen Türen du deine Freunde und Familie findest. Egal, wie stressig dein Arbeitstag auch war – du kannst dich anschließend wieder in dein altes Leben und den gewohnten Rhythmus fallen lassen, den Job zu Hause erst mal ausblenden und einfach mal runterfahren.

Ziehst du in eine neue Stadt, dann fehlt diese Vertrautheit zuerst. Gibt es im Job dann Anlaufschwierigkeiten, hast du diesen Rückzugsort nach Feierabend noch nicht. Du bist viel stärker auf Erfolge im Job und ein gutes Verhältnis zu den neuen Kollegen angewiesen. Das macht man sich in der ersten Freude über die erfolgreiche Bewerbung und die Neugier auf den nächsten Schritt nicht unbedingt bewusst. Es muss dir aber auch keine Angst machen, denn viele Stolpersteine, die am Anfang lauern, verschwinden oftmals automatisch mit der Zeit. Gib dir selbst diese nötige Zeit, um zur Ruhe zu kommen, und setz dich nicht zu sehr unter Druck. Dank Skype & Co. gibt es ohnehin keine wirklich großen Entfernungen mehr zwischen dir und deinen loyalen Verbündeten.

Städtetrip

Je eher du dich mit einer neuen Stadt vertraut machst, umso schneller fühlst du dich dort auch heimisch. Nutze also alle Gelegenheiten, sie kennenzulernen. So kannst du dir zum Beispiel vornehmen, jeden Tag durch ein neues Eckchen deines Viertels zu spazieren.

Das Kennenlernen sollte aber bestenfalls schon vor der Wohnungssuche passieren, damit du bei der Suche weißt, welche Gegenden für dich passend sind. Damit meinen wir nicht nur, ob du lieber außerhalb im Grünen oder mitten im Szeneviertel wohnen möchtest, sondern auch die logistische Planung. Check also unbedingt die Strecke von deiner (möglichen) neuen Wohnung zur Arbeit. Der Berufsverkehr kann ein ganz schöner Mistkerl sein, und gerade Zugezogene aus eher beschaulichen Ortschaften werden erst mal schlucken, wenn hunderttausende Mitbürger gleichzeitig  mit dem Auto oder der U-Bahn zur Arbeit strömen.

Zu viele erste Male

Ohnehin lohnt es sich immer, ein paar Tage vor dem Berufsstart in der neuen Stadt anzukommen, um sich ein wenig zu akklimatisieren. Wenn nach deiner ersten Nacht in der neuen Bude gleich der erste Arbeitstag wartet, dann sind das ein paar viele erste Male auf einen Schlag.

Außerdem hast du so auch die Möglichkeit, die beste Route zu deinem Arbeitgeber herauszusuchen und abzufahren. Wenn es geht, auch schon zur Rush Hour. So entwickelst du ein Gefühl für das, was dich später erwartet. Ach ja, und plan in den ersten Wochen die Anfahrtszeit großzügig ein, bis du genau weißt, auf welchen Strecken man gerne mal im Stau steht oder die Bahn ausfällt.

Hin und W(e)G

Die Wohnungssuche, vor allem aber das Wohnungsfinden ist dann noch mal ein Kapitel für sich, gerade in Städten wie Berlin, Hamburg oder München. Die Horrorgeschichten über hunderte von Mitbewerbern und überzogene Mietkosten müssen wir dir nicht noch einmal erzählen. Entspannter ist die Wohnungssuche aber in jedem Fall, wenn du sie vor Ort in Angriff nehmen kannst. Daher ist es vielleicht sinnvoll, erst einmal nach einer Übergangswohnung zu gucken, zum Beispiel ein WG-Zimmer, das nur für ein paar Monate frei ist. So eine kurzzeitige Lösung ist häufig schneller gefunden als eine langfristige, und wenn du weißt, dass du auf jeden Fall ein Dach über dem Kopf hast, dann kannst du dich entspannter nach etwas Dauerhaftem umsehen. Vielleicht kennen ja auch deine neuen Kollegen eine Traumwohnung, die demnächst frei wird?

Starthilfe

Gerade zu den Stoßzeiten, vor allem vor Semesterbeginn, lohnt sich die Übergangswohnung. Hat sich der Ansturm erst gelegt, wird auch die Konkurrenz bei der Wohnungssuche geringer. Und wenn du dann zufällig auch noch in einer netten WG landest, dann lernst du gleich auch ein paar Leute außerhalb des Jobs kennen, die dir das Leben leichter machen, auch wenn beim Start vielleicht nicht alles nach Plan verläuft.

Manchmal muss man wirklich erst in die Ferne schweifen, um sein wahres Glück zu finden. Oder um festzustellen, dass man dieses Glück schon die ganze Zeit zu Hause vor der Nase hatte. Was am Ende also auch dabei herumkommen mag, gelohnt hat sich dein Mut zum Tapetenwechsel auf jeden Fall.

Bildquelle: Thinkstock/noel hendrickson

Geschrieben von

Björn Remiszewski

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