Trau dich! Bewerbung trotz fehlender Qualifikationen

Der perfekte Job ist ausgeschrieben, aber dir fehlen die geforderten Qualifikationen? Wir verraten dir, warum du dich trotzdem bewerben solltest.

Was Donald Trump nun geschafft hat, schaffst du auch! Mit diesem Vergleich wollen wir dich keinesfalls beleidigen, sondern dir vielmehr Hoffnung geben. Stell dir vor, deine absolute Traumstelle wurde ausgeschrieben und alles daran ist ideal: Tätigkeitsbeschreibung, Stundenzahl, Ort. Du bekommst leuchtende Augen und träumst von einem tollen Start in eine steile Karriere – zumindest bis du die ellenlange Liste an geforderten Qualifikationen entdeckst. Während viele deiner Kommilitonen schon den perfekten Job gefunden haben, steckst du noch mitten in der Bewerbungsphase. Das nagt sowieso schon am Selbstbewusstsein. Dass du dann aber ausgerechnet für die Stelle, auf die du schon seit Studienbeginn gehofft hast, zu wenig qualifiziert sein sollst, verleitet dich fast schon dazu, aufzugeben.

Was haben die, was ich nicht hab’?

Wenn du die Zeitung aufschlägst oder dich durch entsprechende Internetseiten klickst, fragst du dich, was du falsch gemacht hast. Trotz deines tollen Abschlusses, der Auslandserfahrungen und diverser studienbegleitender Praktika kannst du die lange Liste an benötigten Qualifikationen gerade mal zur Hälfte abhaken. Du stellst dir außerdem die Frage, wann deine Kommilitoninnen Zeit hatten, neben Studium, Nebenjob und Praktika auch noch Projekte zu managen, Fachartikel zu veröffentlichen und alle Feinheiten von Excel zu erlernen – immerhin haben sie die gleichen Partys wie du gefeiert. Bevor du nun beginnst, sie der Lebenslaufschwindelei zu bezichtigen, lass dir gesagt sein: Es ist in den meisten Fällen nicht zwingend erforderlich, alle Qualifikationen vorweisen zu können.

Wie bitte?

Ja, du hast richtig gelesen. Natürlich ist es toll, wenn du wirklich all die geforderten Qualifikationen vorbildlich erfüllen kannst. Allerdings sind sie manchmal besonders für Menschen wie dich, die gerade frisch von der Uni kommen, schlichtweg überzogen – das wissen auch die Personalverantwortlichen. Bewirb dich einfach trotzdem! Manche Firmen schreiben extra viele Anforderungen in ihre Stellenanzeigen, um die Anzahl an Bewerbungen zu minimieren. Selbstverständlich solltest du dich als Sozialwissenschaftler nicht auf einen Job für Maschinenbauer bewerben (oder umgekehrt), sondern dir realistischere Ziele setzen. Wenn aber dein Herz wirklich für eine bestimmte Stelle schlägt, gilt der alte Spruch: Probieren geht über Studieren. Solltest du dich per E-Mail bewerben, kostet dich die Bewerbung nicht einmal etwas (außer Zeit).

Soll ich dazu stehen?

Natürlich solltest du zu deinen Schwächen stehen und nicht einfach in der Bewerbung behaupten, dass du überdurchschnittliche Photoshopskills hast, obwohl du nur manchmal in deiner Freizeit Augenringe wegretuschierst. Umgekehrt solltest du aber im Bewerbungsschreiben auch nicht erwähnen, was du alles nicht kannst. Stattdessen ist es ratsam, dass du all die Vorteile, die du mit deinen Erfahrungen und Kenntnissen für die Stelle sowie das Unternehmen zu bieten hast, in den Fokus stellst. So können auch die banalsten Nebenjobs in der Bewerbung wertvoll sein. Wenn du begründen kannst, inwiefern dich welche Stationen in deinem Lebenslauf auf genau diese Stelle vorbereitet haben, solltest du sie erwähnen. Im Vorstellungsgespräch kannst du auf Nachfrage immer noch zugeben, dass du in bestimmten Bereichen Defizite hast. Im gleichen Atemzug kannst du dann auch direkt deine Bereitschaft hervorheben, diese Qualifikationen vor oder nach Jobantritt nachzuholen.

Aber die anderen Bewerber…

Ob die anderen Bewerber die dir fehlenden Qualifikationen haben oder nicht, braucht dich zunächst nicht zu interessieren. Wenn du das Unternehmen mit deiner Bewerbung überzeugt hast und sie dich zum Vorstellungsgespräch einladen, brauchst du auch nicht voller Panik auf die Frage der Fragen – die nach der dir fehlenden Qualifikation – zu warten. Offensichtlich hat alles, was du kannst, die Personaler angesprochen, also geh eher erhobenen Hauptes als mit eingezogenem Schwanz in das Gespräch und überzeuge sie persönlich davon, dass du die richtige Person für diesen Job bist. Auch wenn es manchmal so erscheint, als könne man bei der Jobsuche nur mit den harten Fakten im Lebenslauf überzeugen – meist zählt viel mehr. Wenn die Bewerbung stimmt und dir nicht gerade die absoluten Schlüsselqualifikationen fehlen, hast du gute Chancen. Klicke hier, falls du noch ein wenig Nachhilfe beim Bewerben gebrauchen kannst.

Wir wünschen dir viel Erfolg!

Bildquelle: Gino Santa Maria / Shutterstock.com

Geschrieben von

Leonie Feibig

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