Awwwwwww!!! Knuddeln gegen die Depression – Pro Bürohund

Das Thema Bürohund birgt mehr Konfliktpotential als Religion, Politik und Helene Fischer zusammen. Die Diskussionen darüber verlassen schnell die Pfade der Sachlichkeit, um stattdessen in Egomanie auszuarten. Die „Will ich nicht. Punkt.“-Schreier auf der einen und die „Wer keine Hunde mag, mag auch keine Menschen“-Polemiker auf der anderen Seite tun sich da nichts. Deeskalieren wir daher gleich zu Beginn: Wer nicht möchte, dass ein Hund im Büro herumläuft, aus welchen Gründen auch immer, der hat ein gutes Recht auf diese Einstellung und muss sich nicht dafür rechtfertigen. Ein Hund ist ein sogenannter arbeitsfremder Einfluss, und solche arbeitsfremden Einflüsse sollten sich nie auf das Wohlbefinden im Job auswirken. Gruppendruck, Diskriminierung oder das Infragestellen von Sozialkompetenz haben da nichts zu suchen. So, genug besänftigt. Nachdem letzte Woche unser Contra-Blog online gegangen ist, sind jetzt wir Fellfreunde an der Reihe und verraten, warum die Frage nach einem Bürohund nur mit einem deutlichen und unbedingten „Ja!!!“ beantwortet werden kann.

Ein Bürohund für mehr Wohlbefinden

Bei einem sehr, sehr großen Teil der Belegschaft sorgen Bürohunde für deutlich mehr Wohlbefinden. Sie senken das Risiko von psychischen Erkrankungen und verbessern Motivation, Engagement, Loyalität, Produktivität und Kreativität der Mitarbeiter. Das alles ist in etlichen Studien von Wissenschaftlern wie Prof. Randolph Barker, Dr. Linda Handlin und Matt Christensen belegt worden. Die Interaktion zwischen Hund und Mensch erzeugt nämlich sowohl bei Hund als auch bei Mensch einen Ausstoß von Oxytocin, einem Effekthormon, das ausgleichend bei Stress wirkt, den Blutdruck senkt und Bindung und Vertrauen beeinflusst. Nicht umsonst ist ein Hund immer noch der beste Wingman.

Davon abgesehen kann ein Bürohund auch das Image des Unternehmens aufpolieren. Wie sagte Gandhi so treffend: „Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt“.

Ein Bürohund auch für Allergiker und Reiznasen

Ein miefiger Duft nach nassem Hund in der Luft, Fellbüschel auf den Teppichen, dazu ein Stupser mit einer feuchten Nase, die zuvor noch das Hinterteil eines Artgenossen beschnuppert hat – es gibt bessere Antidesinfektionsmittel als Hunde, machen wir uns nichts vor. Aber der Bürohund soll ja auch kein sabbernd-schlabbernder Wolfshund sein, der an einem Tag so viele Haare verliert, dass man sich daraus locker einen zweiten Hund basteln könnte. Es gibt viele Hunderassen, die wenig Fell verlieren, kaum riechen und auch für den Großteil der Allergiker geeignet sind, zum Beispiel Pudelmischlinge oder Terrier. Und das ist nicht bloß Wunschdenken: Den Autor dieser Zeilen plagt eine starke Hundeallergie, dennoch hat er jahrelang problemlos mit dem Gesicht im flauschigen Fell einer zauberhaften und wohlriechenden Pudelmischlingsdame vergraben geschlafen. Gegen die Stinkigkeit helfen zudem auch das richtige Futter und regelmäßiges Baden. Dieser Verantwortung sollte sich der Hundebesitzer natürlich bewusst sein.

Außerdem sollten bestimmte Bereiche wie die Büros der Allergiker, die Küche sowie andere Gemeinschaftsräume tabu sein. Mit der richtigen Rasse, ein bisschen Pflege und klaren Absprachen werden Allergiker und Reiznasen so keinerlei Einschränkung durch einen Bürohund spüren.

Positive Ablenkung durch den Bürohund

Dackelt der Hund durchs Büro, dann will ihn jeder herzen und knuddeln und wuddeln und wuscheln. Das bedeutet aber nicht, dass die Mitarbeiter dadurch aus ihrer Konzentration gerissen werden. Ganz im Gegenteil: Der Stresspegel sinkt, die Akkus laden sich kurzfristig wieder auf. Zudem kommt man in den Pausen durch das Gassigehen automatisch an die frische Luft und bewegt sich. Und Hunde tollen ja auch nicht wie Kleinkinder permanent im Büro herum oder streunen von Zimmer zu Zimmer. Hunde suchen sich ihren festen Ort und schlafen bis zu 18 Stunden am Tag. Den Bürohund wird man daher die meiste Zeit friedlich dösend in seinem Körbchen finden. Und ob ein Hund wirklich mehr ablenkt als niedliche Tiervideos auf Youtube sei auch mal dahingestellt.

Mehr Wohlbefinden für den Bürohund

Und auch die Hunde selbst profitieren von ihrem Dasein als Bürohund. Anstatt alleine zu Hause zurückzubleiben oder zum Hundesitter abgeschoben zu werden, dürfen sie den ganzen Tag mit Frauchen oder Herrchen verbringen. Auch wenn sie dafür geduldig in ihrem Körbchen liegen müssen – für Fiffi und Wuffi das Beste auf der ganzen Welt!

Hinzu kommt, dass sich einige Mitarbeiter vielleicht einen Hund zulegen würden, es aber aus Zeitgründen nicht tun. Könnten Sie den Hund nun mit ins Büro nehmen, wäre das Problem gelöst. Ein armer Tropf, der sonst vielleicht im Tierheim oder gar in einer Tötungsstation sitzen würde, bekäme so die Chance auf ein liebevolles Zuhause.

Passende Rahmenbedingungen für den Bürohund

Damit die Sache mit dem Hund und dem Büro auch funktioniert, müssen allerdings die Rahmenbedingungen stimmen. Der Bürohund sollte natürlich verträglich, gesund, geimpft und wohlerzogen sein, und kein gestörter Zerberus im Blutrausch.

Außerdem muss auch das Büro hundekompatibel sein. Heißt: Wasser und Futter sollte zur gewohnten Zeit gereicht werden, Ruhe, ein bequemes Körbchen und Gassigehen müssen garantiert sein und es dürfen keine strengen Gerüche oder ätzenden Dämpfe herrschen. Wenn das aber alles passt, dann profitieren alle vom Bürohund: die Mitarbeiter, das Unternehmen und der Hund.

Immer noch nicht überzeugt? Na gut, dann greifen wir jetzt zu den ganz harten Mitteln. Awwwwwwwwwwww!

Geschrieben von

Björn Remiszewski

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