Vom Praktikum in die Festanstellung

Das Leben könnte so einfach sein. Nach deinem Uniabschluss hast du ein Praktikum begonnen und jetzt steht dein Chef vor dir und sagt: „Wir können Sie nicht gehen lassen. Hier ist Ihr unbefristeter Arbeitsvertrag.“ Traumjob in der Tasche, Zukunft gesichert. Leider sieht die Realität in den meisten Fällen anders aus. Bis aus ihrem Praktikumsverhältnis überhaupt ein Angestelltenverhältnis wird, ist es für viele Absolventen ein langer Weg. Und bis im Arbeitsvertrag das magische Wörtchen „unbefristet“ auftaucht, dauert es noch länger. Wenn überhaupt. Wie schafft man ihn also, den Sprung vom Praktikum in die Festanstellung? Wir haben dir die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

Die Arbeitswelt wird immer flexibler. Was sich auf den ersten Blick ganz positiv anhört, verlangt vielen Absolventen in der Realität einen ganz schön langen Atem ab. Die Abschlussurkunde von der Uni als papiergewordene Jobgarantie – das klingt immer mehr nach einem Märchen. Besonders in der sogenannten Kreativbranche kommen Akademiker nicht um ein Praktikum herum. Aber auch immer mehr Absolventen aus dem MINT-Bereich müssen ihr Können erst als Praktikant beweisen, wenn sie eine Festanstellung haben wollen.

Sag, was du willst

Du machst das Praktikum nicht nur aus Spaß an der Freude, sondern willst die Festanstellung im Anschluss unbedingt? Kein Wunder, immerhin geht es jetzt nach deinem Abschluss um deine Existenz. Und auch, wenn du in deinem Praktikum als vollwertiger Mitarbeiter eingesetzt wirst und viel lernst, die Angst, danach mit leeren Händen dazustehen, ist immer da. Darum: Leg die Fakten auf den Tisch! Sag deinem Chef frühzeitig, was du dir für die Zukunft erhoffst und was du bereit bist, dafür zu leisten. Mit etwas Glück wird dein Praktikum im Anschluss dazu genutzt, dein Können zu testen. Und du erfährst, ob die Firma überhaupt die Kapazität hat, neue Mitarbeiter einzustellen.

Können allein reicht nicht

Wollen ist die andere Hälfte der Miete. Dass Eigeninitiative im Praktikum immer gut ankommt, ist kein Geheimnis. Wenn daraus allerdings eine Festanstellung werden soll, braucht es das kleine Quäntchen mehr. Jeden Morgen pünktlich zur Arbeit kommen, nett zu den Kollegen sein und Projekte rechtzeitig fertig stellen, ist nur das kleine Job-Einmaleins. Wenn du nachhaltig Eindruck hinterlassen möchtest, solltest du dich nach zusätzlichen Aufgaben und Projekten erkundigen und keine Angst haben, eigene Ideen anzusprechen.

Das zeigt deinen Kollegen und deinem Chef, dass du dich wirklich für den Job interessierst und frischen Wind in das Unternehmen bringst. Viele Praktikanten halten ihre Unerfahrenheit im Berufsalltag für ein Manko. Oft genug ist genau das Gegenteil der Fall. Frisch von der Uni bringst du nicht nur aktuelles Fachwissen mit, sondern hast auch ein Auge für Probleme, für die deine Kollegen nach Jahren im Beruf betriebsblind geworden sind.

Der namenlose Praktikant. Nicht.

Wenn du die Möglichkeit dazu hast, solltest du als Praktikant auch darum bitten, mal in die anderen Abteilungen deines Unternehmens reinzuschnuppern. Das zeigt dir das Unternehmen noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive. Aber das Wichtigste: Deine Kollegen wissen danach, wer du bist! Du möchtest bei morgendlichen Meeting an der Kaffeemaschine schließlich nicht immer mit „Dings“ angesprochen werden. Nimm auch Teil an Aktivitäten neben dem Job. Deine Kollegen gehen jeden Mittwoch nach Feierabend Badminton spielen? Zeit für Networking am Netz! Je fester du auch abseits der Arbeit zum Team gehörst, desto unentbehrlicher wirst du für alle.

Ich bin gut!

Es kann leider immer passieren, dass aus der Festanstellung nach dem Praktikum trotz deiner Mühen nichts wird. Das heißt aber nicht, dass alles umsonst war. Lass dich also nicht entmutigen. Im Unternehmen wissen jetzt alle, was du für ein guter Mitarbeiter bist. Je nach Branche gibt es vielleicht die Möglichkeit, dich als freien Mitarbeiter zu behalten. Als Freelancer kannst du nicht nur weiterhin Geld verdienen, sondern bleibst auch noch mit der Firma in Kontakt. Und selbst wenn das nicht klappt: Glaub an dich! Nur, wenn du weißt, wie gut du bist, kannst du deinen Chef von dir überzeugen. Dann klappt der Sprung zur Festanstellung vielleicht mit dem nächsten Praktikum.

Geschrieben von

Laura Zink

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