Was du von New Girl für den Berufseinstieg lernen kannst

Während Jess mit ihrer unerschütterlich positiven Einstellung ihren Traumjob als Lehrerin gefunden hat, können das längst nicht alle Charaktere der Serie New Girl von sich behaupten. Nick, zum Beispiel, der erst Jura studiert hat, das Studium schmiss und sich nun als Barkeeper über Wasser hält und den täglichen Spott von Schmidt ertragen muss. Auch Winston ist unentschlossen, wie es mit seiner Zukunft weitergehen soll. Nachdem er nach zwei Jahren im Profigeschäft als Basketballspieler (wohlgemerkt in Lettland) in die USA zurückkehrt, hat er Schwierigkeiten, einen Job zu finden. Weil er nicht wirklich weiß, was er will, muss er sich mit Gelegenheitsjobs im Büro oder als Nanny durchs Leben schlagen. Ganz egal, ob die New Girl Charaktere genau wissen, was sie wollen oder planlos in der Luft hängen, von jedem kannst du lernen, wie du den Übergang zwischen dem letzten Semester an der Uni und dem Start ins Berufsleben meisterst.

Zeit, erwachsen zu werden. Oder doch nicht?

Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät? Hat man nicht gerade noch vor dem Einschreibe-Büro gesessen und sich stolz in den Bachelor-Studiengang eingeschrieben? Soll es das schon gewesen sein? Mit Blick in den Spiegel und über den Campus muss man tatsächlich feststellen: Für 19 geht man schon lange nicht mehr durch. Und spätestens wenn einen Erstis mit „Entschuldigen Sie, wo finde ich das Büro von Prof. Dr. Hammertime?“ ansprechen, weiß man, dass man an der Uni nur noch als Mitarbeiter angesehen wird, aber nichts mehr als Student zu suchen hat. Es wird also höchste Eisenbahn, endlich scheinfrei zu werden und die Thesis anzupacken.

Eine Thesis zum Mitnehmen, bitte.

Thema und Professor der Abschlussarbeit sind ausgesucht. Nun wird es Zeit, das komplette Gerüst um die Arbeit herum zu erschaffen. These, Primärliteratur, Sekundärliteratur, Einleitung, Hauptteil, Schluss. Wenn alles fertig ist, kannst du deine Thesis ruhigen Gewissens beim Prüfungsamt anmelden, um drei bis sechs Monate darauf zu warten, sie endlich abgeben zu können. Oder, alternativ: anmelden, drei bis sechs Monate warten, um am Samstag vor der Deadline ein 30- bis 80-seitiges Meisterwerk zu erschaffen. Danach hilft nur noch beten.

Face it!

Jesus liebt dich, dein Prof war begeistert. Die Uni ist nun also endgültig vorbei. Schön. Das Zeugnis ist in der Tasche und bevor es jetzt ans Bewerben geht, ist erst einmal Reisen angesagt. Das hast du dir nach so viel harter Arbeit auch verdient. Und wann hast du wohl das nächste Mal die Gelegenheit dazu, wenn du bald eine 40-Stunden-Woche in Festanstellung hast. Also, Koffer packen und ab dafür. Ist die sechsmonatige Selbstfindungsreise dann irgendwann einmal vorbei, muss man erst einmal wieder richtig zu Hause ankommen. Das Jahr ist nun auch schon fast wieder vorbei und es lohnt sich jetzt doch gar nicht mehr, noch eine Bewerbung rauszuschicken. Come on. Wie lange willst du noch davonlaufen? Die Probleme lösen sich nicht in Luft auf, meistens kommen somit nur noch viel mehr dazu.

Stop dreaming, start achieving

Klar, es ist nicht immer einfach, den inneren Schweinehund zu überwinden und Stellenangebote zu durchstöbern. Auch der Lebenslauf wurde zuletzt nach dem Abitur aktualisiert, als man noch vorhatte, eine Ausbildung zu machen. Aber jetzt ist Schluss mit den Ausreden. Und auch deinen Traum, als Fashion-Food- und Reise-Blogger Millionen zu scheffeln, solltest du an den Nagel hängen. Das ist nichts für die Ewigkeit. Smartphone weg und ab an das nächste elektronische Hilfsmittel. Es wird Zeit, den Laptop aufzuklappen, deinen Traumjob zu finden und eine Bewerbung zu schreiben. Und, ja: Bitte aus Facebook ausloggen. Danke.

„Können Sie das vielleicht wiederholen?“

Puh, das war ein hartes Stück Arbeit, aber Anschreiben und Lebenslauf fehlen. Erst warst du dir unsicher, ob deinen zukünftigen Arbeitgeber neben deinem Hochschulzeugnis auch deine vierjährige Zeit in der Grundschule interessiert, aber dann hast du diese Info doch lieber rausgelassen. Das nötige Übel, das nun auf deine schriftliche Bewerbung folgt, ist das Vorstellungsgespräch. Schlaflose Nächte sind da vorprogrammiert. Oh Gott, was zieh ich an? Wann fahre ich los? Wo muss ich überhaupt hin? Wer bin ich und wenn ja: wie viele? Man ist einfach tierisch aufgeregt und zerbricht sich über alles Unwichtige den Kopf. Übrigens, fast die Hälfte aller Personaler weiß bereits nach den ersten 5 (!) Minuten eines Vorstellungsgespräches, ob du ein geeigneter Kandidat bist oder nicht. So. Eben schnell nochmal den Druck erhöht. Aber dir wird aufgefallen sein, dass du einen großen einen Vorteil hast, denn die 5 Minuten laufen erst, wenn du den Raum betrittst. Vorher hast du somit genügend Zeit, dich bestmöglich auf das Gespräch vorzubereiten. Und Internet sei Dank öffnen sich dir ganze Welten an Informationen, die darauf warten, von dir gefunden zu werden. Die Firmenhomepage, Bewertungsportale, Fachartikel, Blogs und die Teamseite helfen dir dabei. Ist dein Ansprechpartner zum Beispiel ein Serien-Junkie kannst du mit Insider-Wissen schnell das Eis brechen. Aber pass auf, dass du nicht zum Spoiler wirst.

Ab ins Berufsleben

Die letzte Hürde im Berufseinstieg sind die ersten Wochen im neuen Job. Uni war irgendwie so anders. An die 40-Stunden-Woche und den geregelten Tagesablauf muss man sich erst einmal gewöhnen. Darum lass dir Zeit und stürze dich nicht mit zu großem Übereifer in den Karriere-Pool, weil du sonst nach den ersten vier Wochen dem Burnout „Guten Tag, Sie hatte ich nicht erwartet“ sagen kannst. Natürlich ist es gut, ehrgeizig zu sein, aber es ist genauso wichtig, sich Ziele zu setzen, die realisierbar sind. Weniger Donuts in der Mittagspause zu essen, wären doch ein guter Anfang 😉

Geschrieben von

Alexandra Quant

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