Mobbing im Büro Teil I: Der Mobber

Mit dem falschen Fuß aufgestanden, beim Zähneputzen das Lieblingsoberteil bekleckert, keine Milch mehr für den allmorgendlichen Kaffee im Kühlschrank. So bitter, wie die Brühe schmeckt, ist runterkippen keine Option. Also auf zum Kiosk und einen Coffee to go holen. Was? Schon wieder um fünfzig Cent erhöht? Der Tag fängt ja gut an. Mit etwas Verspätung geht es dann endlich ins Büro. Die Laune ist auf dem Nullpunkt. Warum also nicht an den Kollegen auslassen? Los geht die Suche nach potenziellen Opfern.

Gesucht, gefunden: Die Neue

Wer sitzt natürlich pünktlich auf ihrem Platz und haut schon fleißig in die Tasten? Na klar, die Neue. Wie sollte es auch anders sein: Früh kommen, fleißig arbeiten und spät gehen – Streber. Das sollte ein leichtes Spiel werden. Der Plan: Vorsichtig heranschleichen und mal hören, was sie so zu erzählen hat. Ihr daraus einen Strick zu drehen, wird ein Leichtes sein: Nett sein, lächeln, umdrehen und schwupps, gibt’s in der Mittagspause ein neues Gesprächsthema – mit verdrehten Tatsachen natürlich. Der Klassiker. Die Neue wird bald nicht mehr Everybody‘s Darling sein.

Die Mission geht weiter: Das Mauerblümchen

Hat die noch nie was von Mode gehört? Wie die schon wieder aussieht. Kein Wunder, dass sie sich nicht traut, den Mund aufzumachen. Mit ihrer selbst gestrickten Katzenjacke ist das aber auch besser so. Mal fragen, was sie so am Wochenende vorhat. Ach, nichts? Wie schade. Anscheinend weiß sie nicht, dass sich das ganze Büro zum Cocktailtrinken trifft. Das wird ihr am Montag erstmal schön unter die Nase gerieben. „Oh, haben wir dich vergessen? Das tut uns aber leid.“ Ob sie sich dann wohl ausgeschlossen fühlt? Shit happens.

Ein leichtes Spiel: Die Schüchterne

Wie heißt es so schön? Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden. Wer sich also nicht wehrt, ist selber schuld. Was gibt es Besseres, als sich mit so einer Person das Büro zu teilen? Fernster auf, Musik an, den Ventilator auf höchste Stufe stellen. So lässt es sich leben. Scheint ja nicht zu stören. Oder doch? Pech. Auch der büroeigene Minikühlschrank macht sich in so einer Situation bewährt. Prall gefüllt mit frischem Obst, kann der kleine Hunger schnell gestillt werden. Fragen à la „Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?“ sind schließlich nicht zu erwarten.

Muss das wirklich sein?

So langsam neigt sich der Tag dem Ende zu und der Feierabend naht. Doch die Laune ist durch das Schlechtmachen anderer nicht besser geworden. Sobald man den Tag Revue passieren lässt, bahnt sich ein schlechtes Gewissen an. Kollegen mobben – muss das wirklich sein? Nein. Abgesehen davon, dass man sich damit ganz schnell selbst zum Außenseiter macht, gefährdet man außerdem das Seelenleben anderer. Schließlich kann man im Voraus nicht wissen, wie der Gegenüber damit umgeht. Was für den einen nur harmlose Sprüche und Neckereien sind, ist für den anderen vielleicht längst kein Spaß mehr. Was jemand an sich heranlässt und was nicht, ist nämlich unvorhersehbar. Und mal ganz ehrlich: Warum soll man das gute Klima im Job gefährden? Selbst, wenn man nicht jeden Kollegen gut leiden kann – ein faires Miteinander ist nicht schwer. Und geschadet hat es auch noch niemandem.

Besser ist es also, Stress und Frust anderweitig abzubauen. Eine Runde joggen, sich im Fitnessstudio auspowern oder Yoga machen – es gibt genügend Möglichkeiten, auch nach dem stressigsten Arbeitstag wieder runterzukommen und den Tag doch noch gut ausklingen zu lassen. Es muss aber auch nicht immer Sport sein. Wenn du dich zum Beispiel besser bei Musik entspannen kannst: nur zu. Auch ein offenes Ohr von Freunden kann gut tun, wenn man sich mal etwas von der Seele reden muss. Und wenn das alles nichts hilft, weil einen die Kollegen auf die Palme bringen, ist die einfachste Lösung wohl das Gespräch zu suchen und die Probleme offen anzusprechen.

Autorin: Daniela Stolte

Geschrieben von

Alexandra Quant

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