Mobbing im Büro Teil II: Der Gemobbte

Vor einigen Wochen haben wir euch den Mobber im Büro vorgestellt – den Morgenmuffel, der keine Gelegenheit auslässt, seine schlechte Laune durch Sticheln und Hetzen zu kompensieren. Heute wollen wir uns mal die Gegenseite anschauen: Was tun, wenn man zur Mobbingzielscheibe eines Fieslings wird? Wenn man einen Grummelschlumpf im Büro hat, der einen immer wieder niedermacht? Angriff soll zwar bekanntlich die beste Verteidigung sein, doch einen Bürokrieg möchte man auch nicht entfachen. Trotzdem muss sich niemand schikanieren lassen. „Stark sein“ lautet die Devise – wir zeigen euch, wie ihr einem Mobber ganz einfach das Handwerk legen könnt.

Jeder Anfang ist schwer

Friends telling secrets

Seien wir mal ehrlich – jeder von uns hatte irgendwann seinen ersten Arbeitstag im neuen Job und war der oder die Neue. Natürlich möchte man dann am Anfang alles richtig machen. Dazu gehören nun mal Pünktlichkeit, Fleiß und Ehrgeiz. Die Kollegen scheinen alle nett zu sein, ständig bekommt man ein Lächeln geschenkt, der Smalltalk läuft auch ganz gut. Wenn man dann zufällig mitbekommt, dass über einen hergezogen wird, ist das wie ein Schlag ins Gesicht. Dann hat es sich wieder einmal bewahrheitet, dass man den Menschen nur vor den Kopf schauen kann. Was du in einer Mobbingsituation auf keinen Fall machen solltest, ist klein beigeben. Weißt du, welche Person die Lästereien angezettelt hat, ist es der beste Weg, sie direkt damit zu konfrontieren. Aber Vorsicht: Der Ton macht die Musik. Zwar solltest du straight rüberkommen und zu verstehen geben, dass du dir nichts gefallen lässt, trotzdem ist es oberstes Gebot freundlich zu bleiben – auch wenn es dir beim Thema Mobbing schwer fällt.

Kleider machen Leute

Geschmäcker sind nun mal verschieden – vor allem, wenn es um den Kleidungsstil geht. Der eine mag es bequem, der andere elegant. Und der Spruch „Kleider machen Leute“ kommt auch nicht von irgendwoher. Aber hey, Toleranz ist das Zauberwort. Was sagt der Modegeschmack schon über die inneren Werte eines Menschen aus? Nicht viel. Und wer das nicht versteht, dem ist auch nicht zu helfen. Hast du also einen Piesacker im Büro, der immer wieder abfällige Bemerkungen über dein Outfit macht, lass ihn einfach links liegen. Und wenn man dir unter die Nase reibt, nicht bei der Afterworkparty dabei gewesen zu sein, lass einfach mal durchblicken, dass du generell für (fast) jede Schandtat am Wochenende bereit bist. Mit Sicherheit wirst du schon bald in die nächste Aktivität involviert, es sind nämlich nicht alle Kollegen von oberflächlicher Natur.

Stille Wasser sind tief

Business team having a heated argument

Nur, weil du eher von der ruhigeren Sorte bist, heißt es nicht, dass du nicht den Mund aufmachen kannst. Deine Gutmütigkeit kann nämlich auch schnell als Freifahrtschein verstanden und ausgenutzt werden. Wie heißt es so schön – nur sprechenden Menschen kann geholfen werden. Möchtest du also nicht am nächsten Tag mit einer fetten Grippe im Bett liegen, weil du bibbernd vor dem Ventilator gesessen hast – sag es. Bedient sich dauernd jemand an deinem Lieblingsjoghurt oder knabbert ständig deine Pizza an – mach den Mund auf. Fühlt sich nämlich niemand ertappt, wird sich auch nichts ändern. Schließlich ist es ja kein Geheimnis, dass fremdes Frühstück immer verlockender aussieht als das eigene. Sprichst du jedoch mal Tacheles, wird sich garantiert niemand mehr ungefragt an deinem Essen vergreifen. Und wenn doch, ist beim zweiten Mal eine ordentliche Standpauke fällig. Abgesehen davon, dass du dich hinterher richtig gut fühlst, werden auch alle überrascht sein, dass ein kleines schüchternes Ding wie du auch Tacheles reden kann.

STOP!

Sollte es also der Fall sein, dass du im Büro gemobbt wirst – mach dich stark. Such in einer ruhigen Minute das Gespräch mit dem Bürofiesling und gib ihm zu verstehen, dass er sich die falsche Person zum Mobben ausgesucht hat. Konfrontierst du ihn erstmal mit seinen Taten, wird er höchstwahrscheinlich einknicken. Mobber sind nämlich häufig selbst sehr unsicher und leiden unter einem geringen Selbstwertgefühl – deshalb schikanieren sie andere, um sich stark zu fühlen. Wenn du dich für dieses Gespräch alleine nicht stark genug fühlst, kannst du dir natürlich auch einen Kollegen oder eine Kollegin hinzunehmen, dem oder der du dich anvertraust. Sollten die Attacken nach dem Gespräch immer noch kein Ende finden, kannst du dich ruhigen Gewissens an den Personalchef wenden. Das wichtigste ist jedoch, Mobbing nicht in sich hineinzufressen und zu nah an sich heranzulassen. Lass dich auf keinen Fall einschüchtern, nur weil jemand seine schlechte Laune an dir auslassen möchte.

Autorin: Daniela Stolte

Bildquelle 1: Wavebreakmedia Ltd/Thinkstock

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Geschrieben von

Alexandra Quant

4 Kommentare

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  • Um bei einem Gespräch gut vorbereitet zu sein, ist es empfehlenswert, die „Taten“ aufzuschreiben. So kann sich niemand herausreden. Auch die Personalstelle hat mit dem Material eine bessere Grundlage, einzugreifen und zu verstehen, was genau passiert ist

  • Ein sehr guter Beitrag. Ich bin zum Glück nicht selbst betroffen, aber eine gute Freundin hat Probleme am Arbeitsplatz. Ich werde ihr diesen Beitrag mal empfehlen und hoffe, dass sie die Situation besser meistern wird als bislang.

    Vielen Dank für die hilfreichen Infos.

    LG
    Julia

    • Hallo Julia,

      vielen Dank für dein Kompliment und die Empfehlung. Wir wünschen deiner Freundin alles Gute beim Überwinden dieser unangenehmen Situation. Gemeinsam schafft ihr das! 🙂

      LG von Leonie

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