Chefarztbehandlung oder überfülltes Wartezimmer? Die Krankenversicherung

Willkommen zum zweiten Teil unseres Exkurses, der euch alles Wichtige und Wissenswerte zum Thema Versicherungen erläutern soll. Nachdem wir letztes Mal einen Überblick darüber geliefert haben, welche Versicherungen Pflicht und welche nicht sind, widmen wir uns heute der Krankenversicherung. Was kostet die Gesetzliche, was ist der Unterschied zur Privaten? Welche Leistungen sind inbegriffen, was kostet extra? Und stimmt es eigentlich, dass Beamte nichts für die Krankenversicherung zahlen müssen? Also, los geht´s!

Gesundheit!

Krankenversicherung sei Dank treibt uns eine leichte Grippe nicht gleich in den finanziellen Ruin. Diese Versicherung übernimmt den Großteil der Kosten, die für Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte oder Medikamente anfallen. Wenn du studierst oder eine Ausbildung gemacht hast, musst du dich allerspätestens mit der Vollendung deines 25. Lebensjahres selbst krankenversichern, ansonsten schon früher. Wer zu diesem Zeitpunkt noch im Studium steckt, der muss mitunter erst einmal schlucken, denn jetzt fällt gleichzeitig auch noch das Kindergeld weg.

Privat oder gesetzlich?

Die erste Frage, die jetzt auf dich zukommt, ist: gesetzlich oder privat? Bei der gesetzlichen Krankenversicherung entscheidet allein dein Einkommen über die Beitragshöhe. Derzeit werden 8,2% von deinem Bruttolohn dafür abgezogen, höchstens aber 332 Euro monatlich. Damit hast du dann Anspruch auf alle notwendigen Leistungen. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt allerdings nicht die gesamten anfallenden Kosten. Nichtversicherungspflichtige Medikamente werden zum Beispiel gar nicht bezahlt. Bei versicherungspflichtigen Arzneimitteln musst du 10% des Verkaufspreises selbst bezahlen, aber nie weniger als fünf und nie mehr als zehn Euro pro Packung. Bei einem Krankenhausbesuch kostet dich das zehn Euro pro Tag. Auch an Verbandszeug, Gehhilfen & Co. musst du dich beteiligen. Richtig teuer ist der Zahnersatz, denn die Krankenversicherung zahlt nur einen Bruchteil der Kosten von oft mehreren tausend Euro. In solchen Fällen macht die Zahnzusatzversicherung also Sinn.

Bitte recht günstig

Die Krankenkassen werden außerdem mit Argusaugen darüber wachen, dass man immer die jeweils günstigste Behandlung wählt, sofern sie Erfolg verspricht. Man sollte sich also auch weiterhin auf lange Wartezeiten in der freien Sprechstunde und Mehrbettzimmer im Krankenhaus einstellen. Mit deinem Leid steht man aber nicht allein da, denn rund 90% der Deutschen sind Kassenpatienten. Wer möchte, kann aber noch eine private Zusatzversicherung abschließen. Außerdem ist eine Auslandsreise-Krankenversicherung empfehlenswert. Die kostet in der Regel weniger als zehn Euro im Jahr.

Privilegien für Private

Mit einer privaten Krankenversicherung wird man ein wenig mehr verwöhnt, zahlt aber auch mehr. Da die privaten Krankenversicherungen keine Unterstützung vom Staat bekommen, gucken sie sich genau an, wen sie versichern. Privat versichern lassen kann man sich daher nur als Selbstständiger, Beamter oder ab einem Jahreseinkommen von 50.850 Euro brutto. Beamte bekommen einen Teil der Behandlungskosten von der Beamtenbeihilfe zurück und müssen nur noch das versichern, was anschließend übrig bleibt. Weil die private im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung besondere Beihilfetarife anbietet, kommen Beamte hier deutlich günstiger weg.

Wie viel man letztendlich als Privatversicherter zahlt, hängt vom Alter, dem persönlichen Gesundheitszustand sowie den gewünschten Leistungen ab. Die Einstiegsbeiträge mit dem reinen Basisprogramm sind kaum teurer als die gesetzlichen. Im Laufe der Jahre steigen sie dann aber ziemlich an. Wer auf die Behandlung durch den Chefarzt oder freie Medikamente besteht, der muss ohne Selbstbeteiligung ab 350 Euro monatlich aufwärts planen.

Geschrieben von

Björn Remiszewski

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