Krank ins Büro? Warum du dieses Mal im Bett bleiben solltest

Hust, Röchel, Schnief. Immer wieder sitzt man Kollegen gegenüber, die die Augen kaum aufhalten können, weil sie so erkältet sind. Die Nase läuft und läuft und vor Heiserkeit ist nur ein leises Wimmern zu vernehmen. Pflichtbewusstsein in allen Ehren: Wenn am Ende die halbe Firma krank ist, hat niemand etwas davon, sich krank zur Arbeit zu schleppen. Viele Angestellte befürchten, es könnte einen schlechten Eindruck erwecken, wenn man krank feiert. Andere haben panische Angst davor, etwas Wichtiges zu verpassen oder eine Deadline verschieben zu müssen. Was auch immer die Gründe dafür sein mögen, krank zur Arbeit zu erscheinen – es ist eine Angewohnheit zum Abgewöhnen.

Besonders jetzt in der kalten Jahreszeit kommt es wieder vermehrt vor. Kollegen, die noch das halbe Kissen im Gesicht haben und kaum aufrecht sitzen können, schleppen sich ins Büro. Auch wenn Taschentuchbox und Lutschpastillen immer griffbereit sind, nervt das ewige Geniese und Geschnupfe nicht nur die Hypochonder unter den Kollegen, sondern lässt auch die Hartgesottenen bereits ein Kratzen im Hals verspüren.

Kann ich es mir überhaupt leisten, krank zu sein?

Keine Frage, dass es die Führungsetage beeindruckt, wenn man Einsatz zeigt und nicht bei jedem Wehwehchen das Bett hütet. Allerdings tendieren sowohl effektive Arbeitszeit als auch Leistung gegen null, wenn man sich fühlt, als hätte man in der Nacht davor Bekanntschaft mit einem Lkw gemacht. Die meiste Zeit des Arbeitstages verbringt man nämlich tatsächlich damit, sich krank zu fühlen, es zu bereuen, nicht zu Hause geblieben zu sein und, last but not least, seine Kollegen mit erstklassigen Viren anzustecken.

Solch eine Arbeitseinstellung mag zunächst pflichtbewusst klingen, ist aber leider, das muss man zugeben, nur eins: Egoistisch. Denn sobald Herr oder Frau Schniefschnupfen im Büro ankommt, das Gesicht rot, noch gezeichnet von den fiebrigen Schweißausbrüchen der Nacht, setzen bei mindestens 50% der Kollegen in kürzester Zeit die gleichen Symptome ein. Ein erstes Kratzen im Hals, leichter Reizhusten und eine laufende Nase. Na, vielen Dank auch. Es wird Zeit, das Sagrotan-Spray zu zücken.

Deshalb solltest du dennoch daheim bleiben!

Aber, jetzt mal Butter bei die Fische: Warum fällt es uns so schwer, uns einzugestehen, dass wir zu krank sind, um arbeiten zu gehen? Warum bleiben wir nicht zu Hause, wenn der Arzt uns ein paar Tage Ruhe verschreibt? Zumindest die ersten gefährlichen 24 bis 48 Stunden sollten wir unserem Körper doch die Chance geben, sich aller Reserven zu bedienen, um gegen die Erkältung anzukämpfen, oder? Wenn wir mal ganz ehrlich sind: Eigentlich wollen wir gar nicht im Büro sitzen, wenn wir uns so schlecht fühlen. Unser Chef will das auch nicht. Und unsere Kollegen erst recht nicht.

Ganz ehrlich: Wir wissen auch nicht, warum wir trotz Krankheit arbeiten gehen. Aus Angst vor dem Chef? Eher unwahrscheinlich. Jedem halbwegs gescheiten Geschäftsführer wird klar sein müssen, dass ein kranker Mitarbeiter, der auch wirklich zu Hause bleibt, eine Krankheitswelle verhindern kann. Viel schlimmer als der Ausfall eines einzelnen Mitarbeiters ist es doch, wenn die ganze Firma sich nach und nach krankmelden muss.

Tu‘ dir selbst und deinen Kollegen also beim nächsten Mal einen Gefallen und nimm dir einen oder mehrere Tage Auszeit, um dich auszuruhen. Mit einem gutem Buch oder einem Netflix-Abo an deiner Seite, wirst du sicher auch ganz schnell wieder gesund 😉

Titelbildquelle: eldar nurkovic/Shutterstock

Geschrieben von

Alexandra Quant

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