Ode ans Vorstellungsgespräch. Von Kopfkratzern und Armeverschränkern

Du bist perfekt vorbereitet. Die Frisur sitzt, die Klamotten sind passend gewählt und deinen Lebenslauf könntest du im Schlaf herunterrattern. Wäre da nicht dein Körper, der vor Aufregung verrückt spielt und dich komplett falsch präsentiert.

Folgende Situation: Dein großer Tag ist gekommen – du wurdest bei deinem Traumunternehmen zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Kurz bevor es losgeht, isst du noch schnell eine salzige Brezel, damit dein Kreislauf sich nicht spontan verabschiedet. Der Personaler, ein Mann Mitte 40, bittet dich freundlich Platz zu nehmen. „Frau Schulze, wie sind Sie eigentlich auf unser Unternehmen aufmerksam geworden?“ Mit dieser Frage hast du überhaupt nicht gerechnet (wie töricht von dir!). Dein Mund wird ganz trocken, deine Lippen brennen vom Salz der Brezel, und nun fängt auch noch dein Kopf an zu jucken. Ohne über die Konsequenzen nachzudenken, legst du deinen Kopf leicht in den Nacken und schüttelst dir mit der Hand lässig durch die Haare. Genüsslich leckst du dir das Salz von den Lippen. Mit Meer und Strand im Hintergrund wäre das Baywatch-Intro nun perfekt.Der Personaler runzelt verwundert die Stirn und dir wird sofort klar, was du ausgelöst hast: „Oh Mist. Jetzt denkt er, dass ich versuche, ihn anzumachen“.

So oder so ähnlich könnten deine Gestiken auch im Bewerbungsgespräch fehlinterpretiert werden, denn viele Personaler sind Profis wenn es um das Thema „Körpersprache lesen“ geht. Sie ziehen Schlussfolgerungen aus deinen Körperbewegungen, die du nicht einmal wahrnimmst. Es kann also passieren, dass du mit deinem Körper etwas ausdrückst, was du eigentlich gar nichts meinst. Das ist natürlich blöd. Aber keine Sorge: Wir zeigen dir anhand von einigen Beispielen, worauf du achten solltest.

Zu Beginn eins vorweg: Jedes Unternehmen hat seine eigene Philosophie und deshalb solltest du dir vor jedem Bewerbungsgespräch die rosarote Firmenbrille deines Wunschunternehmens aufsetzen. Beispielsweise kann nicht nur deine Kleidung bei einem jungen Start-up-Unternehmen lässiger ausfallen. Auch Sprache und Gestik können eine Stufe entspannter angesetzt werden.

Kopfkratzen

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Selbst wenn du im Bewerbungsgespräch von einer Horde Flöhe attackiert wirst: Versuche unbedingt, deine Hände von Hals und Kopf fernzuhalten. Du wirkst dadurch sehr verunsichert und man könnte sogar fälschlicherweise denken, du würdest lügen. Also mach dich nicht so klein wie ein Floh und lass die Hände unten!

Hand vorm Mund

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Was sich beim Niesen so gehört, hat leider nichts im Bewerbungsgespräch zu suchen. Wenn du den Mund vor deinem Gesprächspartner abschirmst, zeigst du damit, dass du etwas zu verbergen hast. Man wird sich dann fragen, ob du nicht doch die ein oder andere Information unter den Tisch fallen lässt.

Arme verschränken

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Die Abwehrhaltung schlechthin: Arme verschränken. Es mag zwar ab und zu echt entspannt sein, die Arme zu verschränken, aber beim Bewerbungsgespräch solltest du wirklich darauf verzichten. Dein Gesprächspartner könnte denken, dass du desinteressiert bist und nichts mit ihm zu tun haben möchtest. Und das ist doch eines der letzten Dinge, die du beim Bewerbungsgespräch vermitteln möchtest, oder? 😉

Wildes gestikulieren

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Sicherlich ist es eine gute Angewohnheit, besonders beim Präsentieren, seine Worte mit Handgesten zu unterstreichen. Allerdings kann ein wildes Handgefuchtel schnell einschüchternd oder sogar aggressiv auf deinen Gesprächspartner wirken. Ganz fehl am Platz sind Drohgebärden, wie beispielsweise ein erhobener Zeigefinger, denn das wirkt alles andere als sympathisch.

Bildquelle Titelbild: http://ruthe.de/

Geschrieben von

Eva Friese

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