Einmal Uni, immer Uni? Alles über deine Karriere in der Forschung

Seminare, Hausarbeiten, Übungen – nach dem Masterabschluss haben viele Studierende erst einmal genug von der Uni und wissenschaftlichem Arbeiten. Viele Studierende – aber nicht du. Für deine Kommilitonen war es vielleicht das letzte Mal, dass sie nächtelang in Bibliotheken gesessen und über der Lektüre gebrütet haben. Dir schweben aber noch so viele ungeklärte Fragen im Kopf herum, dass du dir nicht vorstellen kannst, der Forschung jetzt den Rücken zuzukehren. Nach dem Master geht es doch schließlich erst richtig los!

Aber welche Wege in die Wissenschaft gibt es eigentlich?

Dr. Dr. So-und-so

Dein Eintrittsticket in die Welt der Forschung ist eine Dissertation. Natürlich forschst du auch schon während deines Studiums an kleineren Themen, aber der wirkliche Startschuss fällt erst mit der Doktorarbeit. Die fertigst du an einem Lehrstuhl bei einem Doktorvater oder einer Doktormutter an.

Eines sollte aber dir dabei aber klar sein: Eine Dissertation schreibt man nicht mal eben so. Bis jetzt hast du Hausarbeiten, eine Bachelorarbeit und eine Masterarbeit zu Papier gebracht – nun kommt ein Projekt auf dich zu, das locker vier bis fünf Jahre in Anspruch nehmen kann.

Finde ein Thema, das zu dir passt!

Nichts ist schlimmer, als sich jahrelang tagtäglich mit Aufsätzen und Büchern zu beschäftigen, die so interessant sind wie die Gebrauchsanweisung einer Dunstabzugshaube.

Genauso wichtig wie dein Thema ist übrigens auch die Wahl deines Doktorvaters oder deiner Doktormutter. Sie oder er wird dich bei deiner Arbeit unterstützen und im Idealfall regelmäßig Auszüge aus deiner Dissertation lesen. Ein vertrauensvolles Verhältnis ist daher ein absolutes Muss.

Einen Doktor muss man übrigens nicht zwingend an der Uni machen, denn auch Unternehmen bieten diese Möglichkeit an. Eine Doktorarbeit im Unternehmen ist allerdings eher etwas für Wissenschaftler, die später in außeruniversitären Forschungseinrichtungen arbeiten möchten.

Viele Wege führen in die Forschung

Herzlichen Glückwunsch, du hast es geschafft und darfst stolz darauf sein, jetzt ein Dr. phil/med/math oder ähnliches vor deinen Namen schreiben zu dürfen. Einen wichtigen Schritt in Richtung wissenschaftliche Karriere hast du somit bereits gemacht. Nun bleibt die Frage, wo genau du eigentlich mit einem Doktor arbeiten und Geld verdienen kannst.

Auf der Hand liegt natürlich eine Karriere an der Uni, denn hier wird geforscht, was das Zeug hält. Daneben gibt es aber ebenfalls Institute, die von großen Forschungsgesellschaften getragen werden, und Forschungszentren, die Privatunternehmen angehören.

Wo du letztendlich ungelöste wissenschaftliche Fragen untersuchst, hängt davon ab, was du studiert hast.

Wenn zum Beispiel eine Promotion in Germanistik oder Kunstgeschichte Teil deiner Akademikerlaufbahn ist, ist deine Forschung eher an der Uni angesiedelt. Du fängst in der Regel als wissenschaftlicher Mitarbeiter beziehungsweise Dozent an und kannst bis zum Professor aufsteigen.

Naturwissenschaftler, also diejenigen unter uns, die ihren Doktor beispielsweise in Physik oder Biologie gemacht haben, können sich auch an andere öffentliche oder private Wissenschaftszentren wenden. Forschungsaufträge gibt es vor allem in Pharmaunternehmen.

Karriere mit Hindernissen

Für viele Studenten und Doktoranden ist eine Professur der Traumjob überhaupt – Forschen, Lehren und ein gutes Gehalt. An der Uni holt einen die Realität allerdings schnell ein: Unbefristete Vollzeitverträge sind Mangelware, viele promovierte wissenschaftliche Mitarbeiter verdienen als sogenannte „Postdocs“ ihr Geld erst einmal mit einer halben Stelle auf Zeit.

Und auch die schnelle Karriere ist erst einmal nicht in Sicht: Die meisten Profs sind ungefähr 40 Jahre alt, wenn sie an einen Lehrstuhl berufen werden. Da haben die Forscher dann schon etwa 20 Jahre Wissenschaftsgeschichte und wahrscheinlich einige Universitäts- und Wohnortswechsel hinter sich gebracht.

Viele ambitionierte Forscher, die nicht jahrelang Hilfswissenschaftler sein wollen, wechseln daher häufig von der Uni in die Industrie, wo bessere Gehälter und unbefristete Arbeitsverträge auf sie warten.

Mittlerweile haben aber auch die Hochschulen nachgelegt und bieten herausragenden Doktoranden seit einigen Jahren die Möglichkeit, ohne Habilitationsschrift Professor zu werden.

Keine Habilitation und trotzdem Prof? Das Zauberwort lautet „Juniorprofessur“.

Als Juniorprofessor darfst du einige Jahre selbständig forschen, Studenten unterrichten, Prüfungen beaufsichtigen und kannst dich nebenbei mir einer Habilitation für eine Professur auf Lebenszeit qualifizieren.  Heute kann man in Ausnahmefällen sogar ohne diese Hochschulprüfung verbeamteter Professor werden und sein Schaffen der Forschung widmen.

Aller Anfang ist schwer

Der Berufseinstieg nach der Uni ist für keinen Absolventen einfach. Selten findet man sofort einen Job und es braucht einige Zeit, bis man sich vom blutigen Anfänger zum erfahrenen Mitarbeiter gemausert hat.

Der Weg zu lukrativen Jobs in der Wissenschaft ist ebenfalls lang und steinig. Auch wenn es dir als Forscher primär um unbekannte Themengebiet geht und das Geld erst an zweiter Stelle kommt – von irgendwas musst du ja auch leben.

Ein Geheimrezept für eine erfolgreiche Karriere in der Forschung gibt es nicht, ein bisschen Glück ist immer im Spiel. Sei hartnäckig und lass dich von Rückschlägen nicht entmutigen: Hätte Einstein sich von jedem Hindernis auf seinem Weg in die Wissenschaft aufhalten lassen, wäre er wohl nicht einer der berühmtesten Forscher des 20. Jahrhunderts geworden!

Autorin: Judith

Titelbild: Thinkstock|DenisIsmagilov

Geschrieben von

Alexandra Quant

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