Auf die Pflicht folgt die Kür – freiwillige Versicherungen

Heute gibt es den vierten und letzten Teil unserer Blogreihe über Versicherungen, die man haben muss und kann.

In den vorherigen drei Teilen haben wir euch bereits alles zu den Zweigen der Sozialversicherung erzählt, z.B. über die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Diese Versicherungen sind in den meisten Fällen Pflicht. Und weil auf die Pflicht bekanntlich die Kür folgt, erzählen wir euch heute abschließend, welche zusätzlichen Versicherungen Sinn machen.

Wer den Schaden hat – Die Haftpflichtversicherung

An erster Stelle steht natürlich die Haftpflichtversicherung, die wir euch dringend ans Herz legen. Sie springt immer dann ein, wenn ein anderer durch euch einen körperlichen oder einen Sachschaden erlitten hat. Das passiert leider schneller, als man denkt.

Wenn ihr das iPhone eines Bekannten fallen lasst, dann könnt ihr vielleicht noch alleine für den Ersatz aufkommen. Ein Schaden kann aber auch schnell mal Kosten in Millionenhöhe verursachen, und im schlimmsten Fall zahlt ihr eine winzige Unachtsamkeit für den Rest eures Lebens ab. Die Beiträge für die Haftpflichtversicherung sind im Vergleich zu dem Schutz, den sie bieten, fast nicht erwähnenswert. Kinderlose Singles um die 25 Jahre können sich bereits ab 35 Euro im Jahr für einen Schaden von bis zu 5 Millionen absichern. Selbst bei höheren Summen, ohne Selbstbeteiligung und mit Extras wie Haftung bei Schlüsselverlust, sind nicht mehr als 100 Euro im Jahr nötig. Bei einem vorübergehenden Aufenthalt im Ausland bietet die Haftpflichtversicherung außerdem privaten Schutz, je nach Tarif zwischen einem Monat und mehreren Jahren.

Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, der kann sich außerdem noch ein paar spezielle Haftpflichtversicherungen zulegen, zum Beispiel für Schäden, die euer tollpatschiges Haustier verursacht hat.

Crash Boom Bang – Die Kfz-Haftpflichtversicherung

Okay, die KfZ-Versicherung ist nicht ganz freiwillig. Wer ein Auto hat, der muss sie abschließen. Alter und Fahrerfahrung beeinflussen die Beitragshöhe dabei ebenso wie die bisherige Unfallstatistik. Wenn man den ersten eigenen Wagen versichern will, ist es daher oftmals günstiger, das Auto als Zweitwagen über die Eltern laufen zu lassen.

Auch das Fahrzeug selbst bestimmt die Beitragshöhe mit. Eine olle Möhre, die nur aus Rost und Reifen besteht, stellt für den Versicherer natürlich ein höheres Risiko dar als eine nagelneue Limousine. Sogar der Ort, an dem du es in der Regel parkst, wird von der Versicherung berücksichtigt. Daneben entscheidet natürlich vor allem der Umfang der Versicherung über die Beitragskosten. Günstige Versicherungen bieten oft nur die allernotwendigsten Dinge, und oft genug ist das zu wenig.

Außerdem musst du dich entscheiden, ob du die Versicherung mit Teil- oder Vollkasko abschließt. Teilkasko deckt z.B. Schäden durch Diebstahl oder Feuer mit ab. Bei Vollkasko sind auch die Schäden abgedeckt, die am eigenen Wagen entstehen, beispielsweise wenn man einen Unfall baut, oder ein paar Betrunkene den Spiegel abtreten.

Was kommt hier unterm Strich auf einen zu? Ohne Kasko kann man mit einem Jahresbeitrag zwischen 400 und 800 Euro rechnen, mit Vollkasko bis zu 1500 Euro jährlich, und bei einer Teilkasko-Versicherung liegt man irgendwo dazwischen. Wer übrigens auf persönliche Beratung verzichten kann, der kommt mit einem Direktversicherer immer deutlich günstiger weg.

War´s das?

Noch nicht ganz. Denn es gibt noch ein paar weitere Versicherungen, über die man nachdenken sollte. Zum Beispiel die Hausratversicherung, die einen absichert, wenn es zu Schäden an privaten Wohnräumen kommt, zum Beispiel durch Feuer oder auch bei Einbrüchen. Ohne Selbstbeteiligung kann man eine 75m²-Wohnung in der Innenstadt schon ab 35 Euro jährlich absichern.

Die Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten bei Gerichtsverhandlungen, zum Beispiel Anwaltsgebühren. Kommt es mal zu einer rechtlichen Auseinandersetzung, ist sowas natürlich eine gute Sache. Je nach Umfang der Leistungen und derSelbstbeteiligung fängt die Beitragshöhe hier bei monatlich 12 Euro an.

Und um in Fragen rund um das Mietrecht einen starken Partner zu haben, macht auch die Mitgliedschaft in einem Mieterschutzbund Sinn. Das ist zwar keine Versicherung, aber trotzdem eine sinnvolle Investition, denn Ärger mit dem Vermieter gibt es immer wieder. Mieterschutzbünde helfen und vermitteln bei Jahresbeiträgen um die 80 Euro, für jüngere Mieter oder Studenten gibt es oft auch Sondertarife.

Keine Angst vor Fahrstühlen und Aliens

Die hier genannten Versicherungen sind natürlich nur die sinnvollsten und gängigsten. Wenn man aber gar nicht genug von ihnen kriegt, kann man sich auch für den Fall versichern lassen, dass es zu einer Prohibition in Deutschland kommt. Werden die Drinks verboten, kannst du dich wenigstens mit einer Abfindung trösten. Man kann auch einzelne Körperteile vergolden lassen, sich gegen steckengebliebene Fahrstühle wappnen oder auf Nummer sicher gehen, falls Außerirdische einen entführen.

Keine Versicherung ist zu absurd, um nicht von irgendwem angeboten zu werden. Wer aber keine Angst vor grünen Männchen hat oder mit seinen zarten Pianistenfingern  den Lebensunterhalt bestreitet,  der ist mit den von uns vorgestellten Versicherungen bestens beraten.

Quelle Titelbild: https://c2.staticflickr.com/4/3501/4560586060_468814b68e_b.jpg

Geschrieben von

Björn Remiszewski

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