Keine falsche Bescheidenheit! So viel Eigenlob ist im Vorstellungsgespräch erlaubt

Sich selbst über den grünen Klee zu loben, ist etwas unangenehm – vor allem im Vorstellungsgespräch. Ich verrate dir, wie viel Eigenlob dabei wirklich angebracht ist.

Du begründest deinen beruflichen Erfolg mit einer Glückssträhne? Dass dein Projekt so gut angekommen ist, hast du nur dem guten Timing zu verdanken? So wirst du den Personaler bestimmt nicht für dich gewinnen. Bescheidenheit ist zwar eine Tugend, allerdings nicht im Vorstellungsgespräch. Schließlich musst du dich gegen andere Kandidaten und Kandidatinnen behaupten, indem du deine Qualifikationen auf dem Silbertablett präsentierst – da bleibt Eigenlob natürlich nicht aus. Wie du im Vorstellungsgespräch trotzdem sympathisch rüberkommst und wann es zu viel des Guten wird, ist mein Thema des Tages.

Eigenlob stinkt? Nicht im Vorstellungsgespräch!

Beende folgenden Satz: „Ich bin gut in…“. So schnell fällt dir nichts ein? Das solltest du vor dem Vorstellungsgespräch dringend nochmal üben. Denn du wurdest aus guten Gründen eingeladen und darfst auf deine Erfolge ruhig stolz sein. Mit Selbstbewusst und Direktheit kannst du beim Arbeitgeber punkten und so deine Stärken zum Vorschein bringen. Aber Vorsicht: Du kriegst keine Pluspunkte fürs Angeben. Es geht mehr darum klarzustellen, welchen Nutzen dein zukünftiger Chef aus deinen bisherigen Leistungen ziehen kann als um eine endlose Liste deiner guten Taten.

No-Go: „Nur durch meine coolen Beiträge habe ich ganz alleine die Reichweite unseres Social-Media-Kanals verdreifacht.“

Keine Scham vor Eigenlob

Vielleicht, vielleicht auch nicht

Wenn du im Vorstellungsgespräch Fragen beantwortest, geht es nicht nur darum, WAS du sagt, sondern vor allem WIE du es sagt. Achte dabei immer auf eine starke Ausdrucksweise: Nicht lange um den heißen Brei reden und konkrete Antworten liefern. Vermeide also Formulierungen wie „vielleicht“, „unter Umständen“ oder „eventuell“. Auch den Konjunktiv kannst du getrost daheim lassen. Solltest du zum Beispiel gefragt werden, ob du die Durchsetzungsfähigkeit besitzt, eine Abteilung mit acht Angestellten zu leiten, ist das nicht die richtige Antwort:

„Joa, wahrscheinlich könnte ich schon. So ganz genau, weiß ich das aber nicht.“

Lügen haben kurze Beine  

Bei all dem Eigenlob, der im Vorstellungsgespräch erlaubt ist, gibt es einen Punkt, der verboten gehört: Lügen! Wenn du zu dick aufträgst, wirkt das bereits unsympathisch und wenn du dann noch anfängst, Märchen zu erzählen, endet das bestimmt nicht mit einer Einstellung. Falls du also kurz davor bist, nicht vorhandene Photoshop-Kenntnisse oder Sprachen anzupreisen, denk dran: Früher oder später kommt alles raus.

No-Go: „Ich spreche sieben Sprachen fließend.“ „Ja. Auch chinesisch.“

Eigenlob im Vorstellungsgespräch - trau dich

Du bist das Beste, was dir je passiert ist?

„Ich habe nicht gesagt, dass ich der Beste bin. Ich kenne nur keinen Besseren.“ Zu viel. Viel zu viel. Denn auch wenn du die eigenen Leistungen loben darfst, solltest du es nicht übertreiben. Solche Aussagen strotzen nur so vor Arroganz, die im Vorstellungsgespräch fehl am Platz ist. Dazu gehört auch, dass du nicht immer nur von dir erzählen solltest, sondern auch mal von einer Teamarbeit oder einem Projekt mit einem Kollegen. Schließlich werden selbstbewusste Teamplayer eher eingestellt als selbstverliebte Alleskönner. Merksatz: Superlative sind zu vermeiden.

No-Go: „Keiner kann die Aufgaben so gut erledigen wie ich.”

Der Herr der Floskeln

Es gibt Fragen, um die kommst du beim Vorstellungsgespräch nicht herum. Eine davon ist beispielsweise: Was sind Ihre Stärken und Schwächen? An dieser Stelle ist ausdrücklich nach Eigenlob gefragt – jedoch nicht nach Floskeln.  Zuverlässigkeit oder Pünktlichkeit nennst du deswegen besser nicht als Stärke, sondern überlegst dir, was du wirklich gut kannst und unterstreichst das mit Praxiserfahrungen.

No-Go: „Meine Schwäche? Perfektion!“

Bildquelle Titelbild:© frankie’s/Shutterstock

Bildquelle Vielleicht, vielleicht auch nicht: © Fade Qu /unsplash

Bildquelle Der Beste:© Anete Lūsiņa /unsplash

Geschrieben von

Margarethe Schwarz

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