Drei Berufseinsteiger, drei Jobwechsel: Das kannst du von ihnen lernen!

Jobwechsel als Berufseinsteiger, geht gar nicht? Geht doch! Wir haben mit drei Absolventen gesprochen, die genau das gewagt haben.

„Drei Jahre musst du als Berufseinsteiger im ersten Job verweilen – sonst bist du geliefert! Hast du gehört? Geliefert!“ So in etwa lesen sich die Fachbeiträge, wenn man doch eigentlich nur nach Ratschlägen sucht, wie man seinen ungeliebten ersten Job möglichst galant wechseln kann. Aber was, wenn Warten keine Option ist? Man in einer beruflichen oder persönlichen Sackgasse steckt und die Entscheidung längst getroffen hat? Da wird es doch Wege geben. Wir haben mit drei Berufseinsteigern gesprochen, die wagemutig genug waren, den Job zu wechseln. Wie sie es gemacht haben und welche Hürden sie zu überwinden hatten, das erzählen sie heute im Blog.

Sara: Ich konnte mir kaum vorstellen, einen weiteren Tag in dem Unternehmen zu verbringen.

arbeitgeber-wechseln-die-reise-beginntStress, Stress und noch mehr Stress – so fühlte sich der Alltag von Sara nach knapp zwei Jahren im Job an. Noch länger im Betrieb zu bleiben, erschien undenkbar, zumal eine Besserung der Arbeitsbedingungen nicht in Aussicht gestellt wurde.

Sara bewarb sich auf vergleichbare Stellen in Unternehmen, die ihr gut organisiert und mitarbeiterfreundlich schienen. Und tatsächlich war ein neuer Job schnell gefunden, wenn auch zu schlechteren finanziellen Konditionen. Die Ernüchterung erfolgte schnell, schon nach wenigen Tagen war klar, dass ihre Arbeitsbedingungen wesentlich schlechter waren als zuvor. Hatte sie die Arbeitsrealität der Branche etwa völlig falsch eingeschätzt?

„Ich habe mich gefragt, ob ich überhaupt noch in meinem Beruf und in dieser Branche arbeiten möchte und mich über verschiedene Weiterbildungsoptionen informiert.“

Eine Umschulung war allerdings nicht nötig, denn Sara erhielt kurze Zeit später ein Angebot einer weiteren Firma, bei der sie sich beworben hatte. Im offenen Gespräch erklärte sie ihre Situation und auch ihr Unbehagen, innerhalb so kurzer Zeit zweimal den Arbeitgeber zu wechseln. Sara nahm das neue Jobangebot aber schließlich an. Auch mit dem Wissen, dass ihr Lebenslauf womöglich nicht mehr so perfekt sein würde, wie noch zuvor.

Was du von Sara lernen kannst:

Ein Jobwechsel hat immer auch ein gewisses Risiko. Gerade als Jobeinsteiger hat man wenig Vergleich und kennt oft nur die eigene Arbeitsrealität. Soll das heißen, dass man besser die Füße stillhalten und die Zeit absitzen sollte? Auf keinen Fall, denn wenn man nicht mehr ohne Magenschmerzen zur Arbeit kann, stimmt etwas nicht. Ein Jobwechsel kann das Gefühl der Selbstkontrolle und -bestimmung zurückgeben und neue Möglichkeiten aufzeigen. Und wenn es schiefgeht, dann heißt es: Nerven bewahren, weitermachen und neue Ziele setzen.

Ben: Mit meinem Bachelor sah ich keine Perspektiven – der Master musste her

masterabschluss-machen-back-to-schoolBen gelang sein Berufseinstieg schon während des Studiums – er arbeitete als Journalist einer lokalen Tageszeitung. Mit dem Ende des Bachelorstudiums und der Entscheidung für oder gegen eine Vollzeittätigkeit kamen die ersten Zweifel. Reicht das Gehalt, möchte man dauerhaft ohne feste Arbeitszeiten und vorwiegend am Wochenende arbeiten und stimmen die Karriereperspektiven? Eher nicht, war die zögerliche Antwort.

„Meine persönlichen Wünsche hätten sich in meinen Augen nicht mit meinem Beruf vereinbaren lassen.“

Ein Plan B musst her und das schnell. Neue Perspektiven fanden sich in einem Masterstudium mit Lehramtsoption. Wie sich im Nachhinein zeigte – die richtige Entscheidung.

Was du von Ben lernen kannst

Gerade, wenn du noch ganz am Anfang stehst und deine bisherigen beruflichen Aussichten in Frage stellst, solltest du herausfinden, ob deine Qualifikationen für einen anderen Beruf wirklich ausreichen. Wenn nicht, können ein Masterstudium, eine Weiterbildung oder auch ein Traineeprogramm die Lösung sein. Baue dabei auf dem auf, was du bereits kannst und sei bereit, einen Schritt zurück zu gehen, so öffnen sich schnell neue Türen.

Jana: Ich habe neue Herausforderungen gesucht – und vor Ort gefunden

miteinander-sprechen-position-im-unternehmen-wechselnJana fühlte sich auch eineinhalb Jahre nach ihrem Berufseinstieg noch in ihrem Unternehmen wohl. Der Job selbst hatte mit ihrem Traumberuf allerdings wenig gemeinsam, da sie nur wenige Inhalte ihres Studiums anwenden konnte. Jana hätte sich nun auf dem Jobmarkt umschauen können. Stattdessen suchte sie das Gespräch mit ihren Vorgesetzen.

„Das Unternehmen zu verlassen, wäre für mich nur ein letzter Ausweg gewesen.“

Ziele wurden gesetzt, Möglichkeiten durchdacht und schließlich eine Entscheidung getroffen – eine interne Versetzung mit einem völlig neuen Aufgabenbereich. Ein gewisses Risiko hatte sie dabei zu tragen, denn mit einem neuen Vertrag erhielt sie auch eine Probezeit, in der sie sich ein weiteres Mal bewähren musste.

Was du von Jana lernen kannst

Sich in einem Unternehmen wohl zu fühlen, nicht aber mit dem Aufgabenbereich, kommt häufig vor. Anstatt über seine Unzufriedenheit zu schweigen oder gleich den drastischen Weg zu gehen und das Unternehmen zu verlassen, kann sich ein offenes Gespräch lohnen. Denn wenn du an deinem Unternehmen festhalten möchtest, ist es andersherum womöglich genauso. Es ist auch gar nicht nötig, so lange zu warten, bis endlich der perfekte Job intern ausgeschrieben wird. Viele Unternehmen sind durchaus bereit, Stellen zu schaffen, um die Potenziale ihrer Mitarbeiter optimal zu nutzen. Also nur Mut!

Bildquelle Sara: Ollyy/Shutterstock

Bildquelle Sara: Masson/Shutterstock

Bildquelle Ben: YuryImaging/Shutterstock

Bildquelle Jana: Dean Drobot/Shutterstock

Geschrieben von

Sabine Zagar

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