Doktor oder kein Doktor? 3 Gründe für oder gegen eine Dissertation

Nach dem Master muss nicht unbedingt Schluss mit der Uni sein. Wenn du Spaß an wissenschaftlichem Arbeiten hast, kannst du darüber nachdenken, noch einen Doktor dranzuhängen. Bevor du jetzt aber voller Tatendrang auf der Suche nach einem Thema die Unibib stürmst, solltest du dir darüber Gedanken machen, ob eine Doktorarbeit für dich und deine Karriereziele überhaupt sinnvoll ist.

Dabei helfen wir natürlich gerne und stellen dir heute drei gute Gründe für und gegen eine Dissertation vor:

JA zum Doktor

1. Show me your expertise

Wenn du jahrelang an einem Thema geforscht hast, bist du auf jeden Fall ein Experte auf diesem Fachgebiet. Das macht dich in vielen Berufszweigen zu einem wertvollen Mitarbeiter, weil du wirklich Ahnung von der Materie hast. Wer seinen Doktor zum Beispiel in Chemie gemacht hat, der konnte während seiner Dissertation schon intensiv im Labor arbeiten und viel Praxiserfahrung sammeln. Der Nobelpreis ist vielleicht noch nicht in Sicht, aber auch eine Marie Curie hat mal klein angefangen!

Was eine Dissertation aber neben jeder Menge Fachkenntnisse noch zeigt, ist, dass du ein enormes Durchhaltevermögen hast und bereit bist, dich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen. Das ist auch in der Wirtschaft ein Pluspunkt, denn hier kann die Bearbeitung eines Projekts schon mal mehrere Monate dauern.

2. Mit dem Doktor zur Gehaltserhöhung

Langfristig gesehen ist eine Dissertation auf jeden Fall eine lohnende Investition. Verschiedene Studien haben ergeben, dass promovierte Arbeitnehmer – je nach Berufszweig – zwischen 15 und 40 % mehr Gehalt bekommen.

Am meisten freuen dürfen sich dabei übrigens die Juristen: Mit den zwei kleinen Buchstaben vor dem Namen, können sie bis zu 40 % mehr als ihre Kollegen ohne Titel verdienen. Für den Berufseinstieg ist der Doktor zwar meistens keine Voraussetzung, er verdeutlicht aber deine Leistungsbereitschaft und wirkt sich somit positiv auf dein Gehalt aus.

3. Ohne Diss läuft nix

Bei manchen Berufen musst du gar nicht lange überlegen, ob das Verfassen einer Dissertation verschwendete Lebenszeit ist oder nicht: Als Chemiker, Physiker oder Allgemeinmediziner ist ein Doktortitel unausweichlich, wenn man nicht auf dem ersten Treppenabsatz seiner Karriereleiter stehen bleiben will.

Viele naturwissenschaftliche Promotionen sind sehr umfangreich, allerdings muss das nicht immer so sein: Im medizinischen Bereich dauert eine Doktorarbeit zum Beispiel manchmal nur ein paar Monate anstatt Jahre, da man auch über weniger forschungsintensive Themen – wie zum Beispiel rückblickend über die Wirkung eines Medikaments – schreiben kann.

 

NEIN zum Doktor

1. I need a dollar – auch während der Promotion

Nach der Uni werden sich viele deiner Kommilitonen ins Arbeitsleben stürzen und bald den ersten Kontoauszug mit ihrem eigenen Gehalt in den Händen halten. Gesprächsthemen wie der Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung sowie die Finanzierung der nächsten Überseereise lassen da womöglich nicht lange auf sich warten.

Darüber kannst du allerdings nur müde lächeln und deine Dosenravioli weitermümmeln, denn während deiner Dissertation, sind für dich keine finanziellen Hochsprünge drin. Mit einem Dozentenjob an der Uni oder auch einem Stipendium reicht das Geld gerade zum Miete zahlen.

2. 250 Seiten schreiben ohne Heinzelmännchen

Bestimmt kennst du die Sage über die kleinen Heinzelmännchen, die nachts während wir schlafen unsere Arbeit verrichten. Während du promovierst, wirst du dir manchmal wünschen, dass sich wenigstens eines dieser Heinzelmännchen mal in deine Wohnung verirrt und dir ein paar der etwa 250 Seiten Dissertation abnimmt.

Wer generell nicht gerne recherchiert und schreibt, sollte sich Gedanken darüber machen, ob ein Doktor für das berufliche Weiterkommen wirklich unabdingbar ist. In Studiengängen wie Kunstgeschichte oder Politikwissenschaften nimmt das Promovieren locker ein paar Jahre in Anspruch.

3. Das Leid der Überqualifizierten

In den meisten naturwissenschaftlichen Studiengängen ist das Verfassen einer Dissertation nicht ungewöhnlich und wird bei späteren Bewerbungen für einen Job als Pluspunkt gewertet. Eine Promotion hilft allerdings auch nicht immer beim Berufseinstieg, manchmal behindert sie auch sehr.

Besonders Absolventen mit einem Doktortitel in den Geisteswissenschaften erhalten nach der Uni häufig Absagen, weil sie als überqualifiziert oder zu wenig praxisorientiert gelten. Es ist also von Vorteil, sich vorher zu erkundigen, ob die Doktorarbeit ein Türöffner ist oder ob man sich damit eher Steine in den Weg legt.

Autorin: Judith

Titelbild: Thinkstock|franny-anne

Geschrieben von

Alexandra Quant

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