„N Hund im Büro?! HALLO!!!“ – Contra Bürohund

Ich finde Tiere super. Ich esse sie nicht einmal. Das hat verschiedene Gründe, aber dass für meinen Genuss kein Tier leiden muss, finde ich auch ziemlich toll. Mein medizinisches Talent reichte leider nicht dazu aus, Tierärztin zu werden. Stattdessen gucke ich mir im Internet gerne süße Tiervideos an, wo kleine Kätzchen sich mit großen Hunden befreunden und mein Herz butterweich wird. Doch will ich deshalb gleich ein knuddeliges Fellknäuel aka Bürohund als Teammitglied? Kurz und bündig: NEIN!

„Ooooh du süßes Kuschelwauzi“ – der Bürohund als Ablenkung

Denke ich an unseren Büroalltag, ist die Vorstellung eines Bürohundes eher eine Arbeitsverhinderungsmaßnahme. Sobald ein Babyhund vor unserem Bürofenster spazieren geht, sind die Hundefans im Team zu nichts mehr zu gebrauchen, weil sie vor Vergnügen quieken und an der Scheibe kleben müssen. Wenn dieses süße Tier IN unserem Büro wäre, wäre das mindestens 10 Mal so schlimm, da alle mal wuscheln möchten. Das Internet ist außerdem randvoll von Superlativen des ekligen Grauens verschimmelter Lebensmittel in Bürokühlschränken. Ein Team aus Erwachsenen schafft es nicht einmal, Tassen in die Spülmaschine zu stellen oder Lebensmittel wegzuschmeißen, bevor ihnen eigene Beine wachsen – wie sollen diese Menschen ernsthaft Verantwortung für ein Tier übernehmen?

Ein Beispiel: Jemand soll schnell was aus dem Supermarkt gegenüber kaufen. Alle sind superbusy und haben jetzt grad gar keine Zeit, beim nächsten Mal gern! Was passiert dann wohl, wenn Wauzi mal sein Geschäft verrichten muss? Kleine braune Tretminen pflastern den Büroflur, schließlich haben ja alle sooo viel zu tun. Und dann…

„Haaaatschi!“ – der Bürohund als gesundheitliche Beeinträchtigung

Ich habe gelesen, dass Bürohunde für weniger Stress am Arbeitsplatz sorgen und so Burnout und anderen psychischen Erkrankungen vorbeugen. Hier im Büro waren auch schon Hunde zu Besuch, danach haben echt alle Hundefans besser gelaunt gearbeitet. Ich bestreite also nicht, dass Tiere im Büroalltag einen guten Effekt haben können. Die Betonung liegt auf KÖNNEN… Tränende Augen, zugeschwollener Hals, Husten, eine triefende Nase, juckende Ohren, Hautausschlag und Nasenbluten, bei dem das Blut wie eine Fontäne aus der Nase schießt. Nein, hier wurden nicht die Symptome einer Hardcore-Grippe beschrieben, sondern meine körperliche Reaktion, nachdem ich zu lange mit einem Hund oder einer Katze in einem Raum war. Statistiken zufolge leiden 20 bis 30 % aller Leute in der EU unter Allergien. 26 % davon sind gegen Tierhaare allergisch!

„Allergisch? Pech!!!“ – der Bürohund als Diskriminierung

Wenn mir im Vorstellungsgespräch gesagt wird, dass leider ein giftiger Schimmelpilz in den Bürowänden wohnt, ich aber gerne müde machende Tabletten dagegen nehmen könnte, will ich den Job nicht. Vielleicht überlege ich mir auch, das Unternehmen anzuzeigen, da es sehr schlechte Arbeitsbedingungen hat und seine Angestellten gesundheitlich gefährdet. Wird mir aber im Vorstellungsgespräch gesagt, dass man mich nur dann einstellen kann, wenn ich Allergietabletten nehme, weil der Bürohund nun mal fest zum Team gehört, ist das vollkommen okay?! Finde ich nicht! Wer sich ein Tier anschafft, sollte auch dafür sorgen können. Das Tier kann nicht alleine bleiben? Kümmert euch um Betreuung, anstatt qualifizierten Menschen die Chance auf einen Job zu verwehren. Tiere sind toll, Diskriminierung aus gesundheitlichen Gründen weniger.

So goldig, treu und herzensgut Tiere auch sind und so sehr ich sie liebe – meiner Meinung nach sind Bürohunde keine gute Idee. Mal ganz davon zu schweigen, dass die meisten Hunde sicherlich lieber über eine Wiese rennen würden, anstatt in einer Büroecke oder unter einem Schreibtisch liegen zu müssen…

Bildquelle: Anchiy / Shutterstock 

Geschrieben von

Karista

4 Kommentare

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  • Puh, ziemlich harter Tobak. Dass Hunde eine Arbeitsverhinderungsmaßnahme sind, kann ich nicht bestätigen. Ist der Hund stubenrein, kannst du auch getrost darauf vertrauen, nicht durch Tretminen laufen zu müssen. Was die Allergie angeht, ja, da hast du Recht. Da muss man schon Obacht geben. Nur soll wirklich ein jahrelang eingespieltes Team plötzlich wegen eines neuen Mitarbeiters auf den Bürohund verzichten? Ich denke, das ist dann schon wieder sehr zwiespältig zu betrachten.

    • Hallo Andreas,

      diesen Beitrag habe ich natürlich ziemlich subjektiv geschrieben und meine Beobachtungen über den Hund als Arbeitsverhinderungsmaßnahme sind in einem Büro entstanden, wo kein Hund zur Tagesordnung gehört. Da drehen Hundefans selbstverständlich anders durch, als wenn der Hund täglich dabei ist.

      In der Regel gibt es (hoffentlich!) auch eine Person, die für den Hund zuständig ist (wahrscheinlich der/die Besitzer/in) – da gehe ich auch davon aus, dass sich der-/diejenige ums Gassigehen kümmert. Wenn sich aber niemand zuständig fühlt, wie es eben bei Geschirr und Essensresten oft der Fall ist, wäre das wohl vor allem für den Hund unschön.

      Ein jahrelang eingespieltes Team macht sich meiner Meinung nach genauso der Diskriminierung schuldig, wenn es mich aufgrund meiner Allergie nicht einstellt. Stattdessen könnte man doch lieber versuchen, Lösungen zu finden. Beispielsweise, dass der Hund nicht in das Büro der allergischen Person darf. Mit einem gut erzogenen Hund sollte das doch klappen, oder? 🙂

      Viele Grüße
      Leonie

  • Schöner Beitrag. Ich seh’s ähnlich. Das Thema „Bürohund“ wird immer wieder durch die Medien gejagt, aber letztlich handelt es sich um ein Lebewesen. Da müssen Verantwortungen übernommen werden, und mit „ohhh so süß“ oder Plattitüden à la „wer Tiere nicht mag, mag auch keine Menschen“ ist es nicht getan.

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